Ausstellungen: Lübeck , 2015

Rosa Windt

Die Beiläufigkeit der Dinge

»Eberhard Havekost, Ulrich Pester, Stefan Pfeiffer, Wilhelm Sasnal, Peter Schmersal, Norbert Schwontkowski, Luc Tuymans, Cornelius Völker, Zhang Enli«

Overbeck – Gesellschaft, Kunstverein Lübeck, 8.2. – 26.3.2015

Rückblickend galt Malerei schon vielfach als anachronistisch und in ihrer abbildenden Funktion nicht fähig, einem Wirklichkeitsanspruch in dem gleichen Maße gerecht zu werden, wie Fotografie. Dem entgegen hat Malerei in den letzten zwei Jahrhunderten zwar diverse Entgrenzungen und intermediale Formen durchlaufen, aber tot ist sie nicht.

Die Frage scheint also weniger ob, sondern vielmehr welche gesellschaftlichen und politischen Topoi Einzug finden? Und was spezifisch für zeitgenössische Malerei ist?

Vielschichtige Antworten darauf liefert die aktuelle Ausstellung in der Overbeck-Gesellschaft in Lübeck. „Die Beiläufigkeit der Dinge“ tituliert ihr frisch ernannter Direktor Oliver Zybok und wählt mit Eberhard Havekost, Ulrich Pester, Stefan Pfeiffer, Wilhelm Sasnal, Peter Schmersal, Norbert Schwontkowski, Luc Tuymans, Cornelius Völker und Zhang Enli neun aktuelle Malereipositionen, die hinsichtlich der Auswahl ihres Sujets, den Blick auf alltägliche Dinge legen, die so innerhalb der traditionellen Malereimotive nicht zwangsläufig Beachtung finden würden.

Ein fulminantes Entré in die Ausstellung bieten zwei Portraits von Frauen mit Gurkenmasken. In vermeintlich schrill bunter Manier lassen sich bei den großformatigen Malereien des Düsseldorfer Künstlers Cornelius Völker Bezüge zur Pop Art herstellen, gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass es Völker hier, wie auch in seinen Meerschweinchen-, Schokoladen-, Tampon- oder Pistolengemälden, über eine unmittelbare Evidenz hinaus, um eine Art der Grundlagenforschung geht. Monochrome, glatte Hintergründe isolieren die Motive aus jeglichem Kontext und stellen allein das Bild als malerischen Akt zur Disposition. Was zunächst als rein visueller…

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