Ausstellungen: Köln , 1993

Andreas Denk

Klaus vom Bruch

»Das Jam-Jam-Projekt«

Kölnischer Kunstverein, 31.1. – 28.3.1993

Ein Projekt“ nennt Klaus vom Bruch seine bislang wohl größte Installation, die den gesamten Saal des Kölnischen Kunstvereins einbezieht. Und es kommt ihm besonders auf die Prozeßhaftigkeit seiner Installation an, auf das Nicht-immer-Funktionieren des technischen Apparates, mit dem er das High-Tech-Equipment zu ironisieren hofft: „Das wird nie funktionieren können und deswegen immer Prozeß bleiben…“, hat er in einem Interview geäußert. Unter der Decke hat vom Bruch eine über die gesamte Länge des abgedunkelten Raums reichende verzinkte Stahlschiene in Form einer langgezogenen Acht installiert. Auf der Schiene hängen, auf Rädern laufend, zwei LCD-Projektoren, die Programme amerikanischer Nachrichtensender empfangen und über kleine vor dem Objektiv schräg angebrachte Spiegel während der Fahrt gegen die Wände projizieren. Die Spiegel bewirken je nach Position der Projektoren eine Verzerrung des Bildes, das ein einen Quadratmeter großes, scharf konturiertes Rechteck sein kann oder ein über mehrere Meter verlaufendes, unscharfes und verzerrtes Feld bildet. An den Stirnseiten des Raumes läuft gleichzeitig je ein Videoband über Beam-Projektoren auf mittlerem Leinwandformat. Das Material der Bänder besteht vollständig aus Videoaufzeichnungen von Fernsehsendern. Ein Tape beinhaltet ein Interview mit Mouammar Ghaddafi, der für das französische TV5 in Tuaregtracht vor orientalisch-buntem Ornamenthintergund posiert. Vom Bruch zeigt nur eine kurze Sequenz des Interviews, dafür jedoch ungezählte Male hintereinander. Es folgen Zeitlupenstudien verschiedener Gesten des Libyers in ebenfalls dutzendfacher Wiederholung, die schließlich durch einen Ausschnitt einer Rede des Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht über „Das große Aufbauwerk der deutschen Demokratischen Republik“ abgelöst wird. Ein kurzer Schnitt des bei N3…

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