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Magazin · S. 424 - 426
Magazin , 1989

Leider noch keine Kunstmarkt-Zustände

Ein Gespräch mit Rüdiger Lorenzen zur »Ornamenta 1« in Pforzheim

von Karlheinz Schmid

K.S.: Du gehörst als Professor an der Fachhochschule für Gestaltung und als einer der bekanntesten deutschen Schmuckkünstler zu den Erfindern der „Ornamenta“ in Pforzheim, die nun, bis zum 19. November, erstmals sieben Wochen lang umfassend zeigt, was die internationale Schmuckszene momentan leistet. Keine leichte Aufgabe, vermute ich; weiß man doch, daß sich die meisten Schmuck-Designer im Schatten der freien Kunst bewegen, oder?

R.L.: Vorab: Maßgebend beigetragen haben Joachim Becker, Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim, und Fritz Falk, Leiter des Schmuckmuseums in Pforzheim und Organisator der Vorläufer-Ausstellung „Tendenzen“. Ohne ihren persönlichen Einsatz wäre diese „Ornamenta“ nicht zustande gekommen. Deine eigentliche Fragestellung beantwortet sich fast schon durch deine gewählte Bezeichnung des „Schmuck-Designers“.

K.S.: Warum? Was meinst du?

R.L.: Ich bin überzeugt, daß sich keine drei Prozent der rund 200 eingeladenen Aussteller als „Schmuck-Designer“ bezeichnen und sich auch nicht als solche verstehen. Einige bezeichnen sich als Goldschmiede, bewußt der Geschichte und der Aufgabe verbunden, andere als Schmuckgestalter, wie auch ich selbst, und wieder andere als Schmuckkünstler, also innerhalb eines Metiers mit einem bestimmten Anspruch und einer speziellen Auffassung.

K.S.: Gibt’s denn Gemeinsamkeiten?

R.L.: Unabhängig von der Bezeichnung bewegen sich alle im Bereich der Kunst. Ob im Bereich der „freien Kunst“, möchte ich bezweifeln, da der Bezug dessen, was sie realisieren, immer nur mit dem Menschen als Benutzer und Träger gesehen wird, also in einem Umfeld, welches Vorhaben beinhaltet, die in ihrer Komplexibilität weitaus größer sind als eine anonyme Fläche eines Raumes oder die Möglichkeit einer…

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