Gespräche mit Sammlern · von Carl Friedrich Schröer · S. 434
Gespräche mit Sammlern , 1995

»Man muß immer was Gigantisches machen …«

Carl Friedrich Schröer sprach mit dem Sammler Hans Grothe über dessen Angebot, seine Sammlung in Bonn in einer »Kunstkiste« unterzubringen

Das Angebot: „Die Kunstkiste“ soll sich nach Vorstellung Hans Grothes aus 14 „Künstlerräumen“ und einem 600 qm großen Wechselausstellungsraum zusammensetzen. Von „seinen“ Künstlern (Stephan Balkenhol, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Walter Dahn, Hanne Darboven, Günther Förg, Imi Giese, Gotthard Graubner, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Imi Knoebel, Markus Lüpertz, Palermo, A.R. Penck, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Ulrich Rückriem, Katharina Sieverding und Rosemarie Trockel) soll je ein „Künstlerraum“ – soweit möglich – selbst geplant und eingerichtet werden. Die Leihgaben sind auf 20 Jahre befristet. Eine Option für ein weiteres Jahrzehnt wird eingeräumt. Die Wechselausstellungen werden ausschließlich den Grothe-Künstlern gewidmet. Außerdem behält sich der Sammler in drei, nicht wenig entscheidenden Punkten ein Vetorecht vor: bei der Hängung der Bilder, bei der Vergabe von Leihgaben an auswärtige Ausstellungshäuser und bei den Öffnungszeiten des Museums.Der insgesamt 16 bis 18 Millionen Mark teure Neubau soll mit sechs Millionen Mark Ausgleichsmitteln des Bundes und vier Millionen Mark Landesmitteln öffentlich finanziert werden. Die Hälfte, acht Millionen Mark, will Grothe privat zuschießen. Die Folgekosten, derzeit mit rund 700.000 Mark jährlich knapp kalkuliert, soll die Stadt Bonn tragen. Die Kosten der Wechselausstellungen – jeder der „Kunstkisten“-Künstler soll im Turnus von drei Jahren seine neusten Arbeiten dort vorstellen – will Grothe über „Sponsoren aus der Industrie“ erwirtschaften und notfalls eignes Geld nachschießen. Sollte Bonn nicht zustimmen, will der Sammler schon im April mit Duisburg und Berlin verhandeln,…

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