Ausstellungen: Salzburg , 2008

Ursula Maria Probst

Maria Hahnenkamp

»Über Bild und Sprache«

Salzburger Kunstverein, 7.2. – 13.4.2007

Das Imaginäre ist geschichtlich ausgereizt“, schrieb der Medientheoretiker Dietmar Kamper in seiner Publikation „Bildstörungen. Im Orbit des Imaginären“ (1994) und entwirft so ein Gegenbild zum produzierenden und kontrollierenden Blick unserer Medienkultur. Als Material für ihre Video- und Toninstallationen im Salzburger Kunstverein wählt Maria Hahnenkamp Textpassagen aus Kampers Abhandlung darüber, wie Sprache und Bild als Ausweg aus dem Dilemma des Imaginären aufeinander bezogen werden können. Doch anders als der Theoretiker Kamper konstruiert die Künstlerin Maria Hahnenkamp keine Dialektik der Gegenbilder, sondern verlagert den medienkritischen Konflikt, der um die Macht der Bildproduktion kreist in das Bild selbst. Seit Ende der 1980er Jahre verfolgt Maria Hahnenkamp die Analyse von gesellschaftlichen Zuschreibungen und Darstellungsformen des weiblichen Körpers als „Das Bild der Frau“ und verfügt über ein Archiv – ihr sogenanntes „Bollwerk“ – von Fotografien und Reproduktionen aus Modemagazinen, Foto- und Kunstbüchern, die auch in ihren neuen Video- und Diaprojektionen neben Bildern aus aktuellen Modemagazinen zum Einsatz kommen.

Eine Toninstallation aus gesprochenen und gesungenen Textfragmenten bildet den Klang- und Sprachraum in welchen sich die Video- und Diaprojektionen einfügen. Zitate von Dietmar Kamper und eine Paraphrasierung seines Textes durch die Barockkandate „Wer sich dem Himmel übergeben“ wechseln einander ab: „Im Imaginären gibt es das Andere nicht, den Anderen nicht“ oder „Das Spiegelstadium und den gesamten faulen Zauber gespiegelter Identitäten und verkrampfter Einheiten sollte man verlassen“, dringen nach vierminütiger Stille wieder appellativ, wie postlacanisch ans Ohr.

Maria Hahnenkamps Darstellungen zeigen fast ausschließlich den weiblichen Körper, …

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von Ursula Maria Probst

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