Ausstellungen: München · von Cornelia Gockel · S. 280
Ausstellungen: München , 2016

Cornelia Gockel

Michaela Melián

»Electric Ladyland«

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, 8.3. – 12.6.2016

Mit der Rolltreppe hinab in den Untergrund. Ein bodentiefes Fenster gewährt schon Einblick in den Ausstellungsraum. Drei silberne, verführerisch glänzende Objekte drehen sich dort wie Tänzerinnen im Scheinwerferlicht. Die Arbeit „Convention“ bildet den Auftakt der beindruckenden Ausstellung „Electric Ladyland“ von Michaela Melián im Kunstbau. Im Zentrum steht die gleichnamige Installation, die sie bezugnehmend auf den zweiten Akt von Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ eigens für den Ort entwickelt hat. Melián erzählt darin die Schöpfungsgeschichte von Olympia, einer mechanischen Puppe, die so perfekt den männlichen Wunschvorstellungen entspricht, dass sich der Protagonist in sie verliebt. Auf nahezu der gesamten Länge des Ausstellungsraumes spannen sich Stoffbahnen mit großformatigen technischen Zeichnungen von der Vermessung, Konstruktion und Erforschung des Homo sapiens an den Wänden entlang. Die Liaison zwischen Mensch und Puppe scheitert jedoch, als Olympia beginnt ein Eigenleben zu führen. In einem Walzertanz dreht sie sich immer schneller, bis ihr Tanzpartner nicht mehr mithalten kann. Melián hat aus der Offenbachschen Walzermelodie einen eigenen Soundtrack komponiert, der im Kunstbau über Lautsprecher eingespielt und in Performances von Sängerinnen vorgetragen wird. Als Sitzgelegenheiten für die Besucher dienen silberfarbene Hocker, die den Objekten aus ihrer Arbeit „Convention“ nachempfunden sind.

Mit „Electric Ladyland“ hat Melián nicht nur den langen Ausstellungsraum virtuos in Szene gesetzt, sondern auch seine besondere Lage im Zwischengeschoss des U-Bahnbahnhof-Königsplatz als einen Ort der Passage in die Gestaltung miteinbezogen. Licht, Sound und Bewegung sind die drei konstituierenden Elemente ihrer Inszenierung. Von der Decke herab hängen ihre…

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