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Ausstellungen: München · S. 316 - 316
Ausstellungen: München , 1985

Hanne Weskott
Mimmo Paladino

Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, Juli/Aug. 1985

Die deutsche Wertschätzung für italienische Kunst hat einen unleugbaren Schwerpunkt in München. Wenn sich Erich Steingräber, der Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen der zweiten und dritten Garde der mittleren und älteren Generation verpflichtet fühlt, dann versucht Helmut Friedel in der Städtischen Galerie sozusagen die erste Garde der aktuellen italienischen Kunst vorzustellen.

Wie immer in diesem Haus ist der Katalog sorgfältig erarbeitet und erfüllt seine Informationspflicht. Im Falle Paladino ist Helmut Friedel diesmal in dessen Heimat in Benevent auf Spurensuche gegangen und erstaunlich fündig geworden. Er hat einen schematisierten Kopf aus Stein gefunden, der durchaus als Bildvorstellung Ausgangspunkt für die manieriert-schematischen Gesichter von Paladino gewesen sein kann. Er hat aber auch in der Architektur durch die Verwendung älteren Materials aus verschiedenen Epochen ‚Geschichte als Ablagerung und Schichtung‘ erlebt und sieht in der ziemlich unvermittelten Einsetzung reliefartiger Steine in die Kastellmauer in Benevent eine Grundlage für Paladinos jüngstes Werk ‚Non avrà titolo‘, das in dieser Form hier zum erstenmal realisiert wurde. Wenn man allerdings Paladinos künstlerische Entwicklung als einen ständigen inneren Streit zwischen reiner Malerei und der Figuration in Zeichnung und Skulptur und einer Vorliebe für konstruktive Elemente begreift, dann wirkt ‚Non avrà titolo‘ ziemlich ausgepowert, weil die Stärke dieses Malers eben die Malerei ist, wie sie sich in dieser Ausstellung auch in den Werken der 80er Jahre erweist. Da wird Farbe zum spirituellen und Materialerlebnis zugleich (‚Sul muro da Novembre‘ und ‚Rosso silenzioso‘, beide von 1980).

Aber leider gibt es auch die Bronzegüsse nach steinernen…


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