Nachrichtenforum: Museen & Institutionen · von Jürgen Raap · S. 421
Nachrichtenforum: Museen & Institutionen , 1993

ESSEN – »Das Museum Folkwang preist sich glücklich, daß die Ausstellung über die russischen Sammler Sergej Schtschukin und Iwan Morosow nun ohne den Schatten juristischer Bedrohung und damit auch ohne atmosphärische Beeinträchtigung zu einem guten Ende geführt werden kann.« Mit diesen Worten leitete Direktor Georg W. Költzsch das Pressegespräch anläßlich der Ausstellung Morosow und Schtschukin – Die russischen Sammler ein. Die Konzeption der Ausstellung, die Sammlerpersönlichkeiten in den Mittelpunkt zu stellen, hatte die Zustimmung der Erben, vertreten durch den Schtschukin-Enkel André Delocque-Fourcaud, gefunden. Anders als in der Matisse-Ausstellung im Centre Pompidou geht es nicht um die Leihgabe hervorragender Bilder für eine monographische Ausstellung des Künstlers, sondern um eine Schau, die erstmals die Sammler in ihrem freundschaftlichen Wettbewerb und mit ihren Vorlieben porträtiert. Die Auswahl trägt den Sammlungen Rechnung, indem sie sich an deren Aufbau orientiert. Die 120 Bilder waren bis auf wenige Ausnahmen noch nie in Deutschland zu sehen; Essen ist der einzige Ausstellungsort außerhalb Rußlands. In der Ausstellung wird der »Weiße Saal« im Hause von Iwan Morosow rekonstruiert, den Maurice Denis 1908 mit dem Zyklus »Amor und Psyche« ausgestaltete.

PARIS (F) – Die Klage der Erbin Irina Schtschukin und von Jean Konowaloff als Vertreter der Erben von Iwan Morosow auf Beschlagnahmung von 25 Matisse-Bildern der Retrospektive im Centre Pompidou (bis 21.6.) vor dem Oberlandesgericht in Paris ist in allen Punkten abgewiesen worden. Die Argumente der Gegenseite, der beteiligten französischen und russischen Museen, daß der internationale Leihverkehr Schaden nehmen würde, wurden akzeptiert. Weiterhin erklärte sich das französische Gericht aufgrund der Immunität…

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