Ausstellungen: Frankfurt a.M. · S. 397
Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1991

Renate Puvogel

Nicole van den Plas

»Good Evening«

Portikus, Frankfurt, 22.12.90 – 20.1.91

Nicole van den Plas vereint das ganz und gar Unvereinbare.

Acht hochformatige Gemälde, Acryl mit Kohle auf Papier, reihen sich über drei Wände zu einem Bilderbogen, sie gliedern den rechteckigen Raum des „Portikus“ zum Portikus, und sie öffnen ihn achtfach, als seien die Bilder Fenster, hinter denen sich weite Räume auftun. Es ist gut, daß man sich auf die klare Rhythmisierung in Gestalt überschaubarer Hängung stützen kann, denn die Bildgründe selbst machen taumeln, tiefe Bildgründe und ferne Figuren entführen ins Ort- und Zeitlose. Hier bietet nichts mehr Halt, nichts ist stabil und fest gegründet. Wer dem einladenden Gruß „Good evening“ gefolgt ist, muß darauf gefaßt sein, daß die „Tres belles Heures“, wie die Ausstellung nach den farbigen Miniaturen der Brüder Limburg benannt ist, keine Stunden festlicher Farb-Klänge bescheren, sondern daß man die „l`heure bleu“ als ungreifbare Zeit erlebt. Es ist die Stunde der Begegnung, in welcher das schwindende Tageslicht die Farben aufweicht und die Nacht die Dinge noch nicht ganz in ihren einebnenden Sog gezogen hat. Es ist die Zeit der langen, milden, grauen Schatten, die sich auf die Gegenstände selbst legen. Leuchtende Farben sind denn auch aus den Bildern dieser Serie verbannt. Die Papierflächen sind gänzlich mit stark verdünnten, wolkigen oder faserig laufenden Tönen von hellem Grau und Beige bis zum Schwarz überzogen. Durch Eingriffe in die bemalte Oberfläche mit der Bürste spielt auch die weiße Papierfläche ihren Part. In diese rasch und großzügig aufgetragenen abstrakten, dramatischen Farbgründe hinein tritt die…

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