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Ausstellungen: Stuttgart · von Johannes Meinhardt · S. 376 - 376
Ausstellungen: Stuttgart , 1995

Johannes Meinhardt
Norbert Prangenberg

Galerie Tilly Haderek, Stuttgart, 22.10. – 17.12.1994

Norbert Prangenberg produziert bzw. benutzt in seinen Gemälden und Aquarellen spezifische Typen von Schmutz. Auch in den neuesten Arbeiten, die in der Galerie Haderek ausgestellt sind, bleibt ein wesentliches Merkmal seiner Verfahrensweise, daß die Materialität der eingesetzten Träger und Farben ebenso wie die Realität der Auftrags-, Fließ- und Trocknungsprozesse explizit, als eine eigene Ebene der Malerei, gleichwertig mit der Zeichnung und dem Einsatz von Farbe, sichtbar ist. Das Material mit seiner Kontingenz (die grobe Leinwand oder Jute, die spezifischen Bedingungen von Bleistift, Pigment, Wasserfarbe und Ölkreide), der materielle Auftrag mit seinen Zufälligkeiten (unkontrollierte Beschmutzung der Leinwand, Streuen des Pigments, Fließen des Wassers), die stark an einfachen Formen (Kreis, Quadrat, Raute) orientierten Zeichnungen bzw. `Bildideen‘ und die von der Zeichnung relativ unabhängige Malerei (mit ihren intensiven, weitgehend monochromen Farbflächen, die eine Farbräumlichkeit erzeugen) stehen als gleichwertige Ebenen deutlich voneinander unterschieden und jeweils für sich selbst motiviert nebeneinander bzw. verflechten sich ineinander.

Jede dieser Ebenen der Malerei wird in den Gemälden für sich selbst produziert und artikuliert: die Jute, die als Träger der Gemälde fungiert, hat im Atelier auf dem Boden gelegen und ist dadurch stark verschmutzt und befleckt worden – in einem zufälligen und nichtintentionalen Prozeß, der als Fleckigkeit oder Schmutz sichtbar bleibt. Die schmutzige Jute ist durch ihre Befleckung selbst schon eine Art von `Zufallsgemälde‘, und sie zeigt sich in den breiten unbearbeiteten Rändern der Gemälde. Die Farbschichten, teilweise bloß einzelne Striche, teilweise weiße Grundierung zur Homogenisierung und Aufhellung, teilweise mit Wasser…


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von Johannes Meinhardt

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