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Magazin: Symposien & Kongresse · S. 326 - 327
Magazin: Symposien & Kongresse , 1989

Heinz Thiel
Progetto Civitella D’Agliano

Ein italienisches Bergdorf investiert in zeitgenössische Kunst

Mit Sommerakademien üblichen Zuschnitts will das „Progetto Civitella D’Agliano“ nicht verglichen werden. Aber wenn man nach dem Anschein geht, dann konnte das ‚Projekt‘ bis jetzt noch nicht einmal in die Nähe gut eingeführter und wohlbekannter Sommerakademien kommen. In zwei Jahren konnte man sich noch keinen eigenständigen Ruferarbeiten, was zu einem nicht geringen Teil daran lag, daß man zwar eine gute Idee, aber kein maßgeschneidertes Programm hatte.

Die Idee, die dem „Progetto“ zugrunde liegt, ist keine Einheit, sondern eher eine Ansammlung verschiedenster Mosaiksteinchen. Zum einen geht es darum, die weitgehend autonomen Kunstszenen eis- und transalpiner Länder miteinander ins Gespräch zu bringen, dann geht es darum, jungen Künstlern Weiterbildungsmöglichkeiten zu eröffnen, und im weiteren hofft man, auch noch ein neues Stück regionaler Entwicklungsgeschichte mit Hilfe der zeitgenössischen Kunst zu schreiben. Mit so disparaten Vorstellungen auf Anhieb einen Erfolg zu landen, dürfte nahezu unmöglich sein. Was allerdings bisher initiiert und geleistet worden ist, hat mehr als nur Respekt verdient. Die Idee eines Künstler-Treffs stammt von Carla Zickfeld und Stefan Karkow, die sich nach einer künstlerischen Ausbildung als Keramiker am Bolsena See nördlich von Rom niedergelassen hatten. Ihnen schwebte ein Diskussionsforum vor, auf dem die prägenden und auch die erst keimenden Strömungen, Stile und Themen der verschiedenen Kulturen zur Sprache kommen konnten. Fachleute mit Überblick (und wenn möglich, auch mit Einfluß – schließlich haben die Initiatoren Italien-Erfahrung) wählen Künstler aus der jungen, noch nicht altersverfestigten Kunstszene aus, die als Dozenten für jeweils dreiwöchige Kurse nach…


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