Ausstellungen: Wien , 2016

Petra Noll

The Promise of Total Automation

Kunsthalle Wien, Museumsquartier, 11.3. – 29.5.2016

Cyber-Physical Systems (CPS) sind auf dem Vormarsch: Durch die Verbindung mit selbstlernender Software arbeiten elektronische Geräte, die für das Internet ursprünglich nicht vorgesehen waren, immer autonomer. Sie sind mit der Außenwelt verbunden, kommunizieren auch untereinander und definieren das Verhältnis von Mensch und Maschine radikal neu. Mit einem Blick zurück auf künstlerische Arbeiten der 1960er-Jahre und auf in ihrer Zeit innovative technische Geräte befasst sich die von Anne Faucheret kuratierte Ausstellung mit knapp 40 internationalen KünstlerInnen hauptsächlich mit der Frage, wie sich zunehmende künstliche Intelligenz und fortschreitende Automatisierung – über ökonomische und physische Aspekte hinaus – auf soziale und kulturelle Ordnungen auswirken. Arbeiten, die auf Vorstellungen von erweiterten Möglichkeiten des Denkens, Handelns und Fühlens sowie neuen Subjektformen durch das „Zusammenleben“ mit intelligenten Maschinen basieren, stehen Werke gegenüber, die die Gefahr von Kommunikations- und Persönlichkeitsverlust thematisieren. In der Kunsthalle prallen Maschinengeräusche ungebremst aufeinander und vermischen sich zu einem Zustand latenter Unruhe, einem aktuell für unsere Zeit typischen, meist nur unterbewusst wahrgenommenen (Hinter-)Grundrauschen.

Die KünstlerInnen der Ausstellung reagieren mit ihren Arbeiten auf die Tatsache, dass unsere Gesellschaft ein Konstrukt ist aus voneinander abhängenden Technologien, Subjekten und Objekten.

In dem Video „What Shall We Do Next (Séquence #2)“, lässt Julien Prévieux TänzerInnen in einer stilisierten mechanischen Performance à la Schlemmer die Bewegungen, die zum Bedienen aktueller oder zukünftiger digitaler Hardware nötig sind – Tendenz: weg vom Knopfdruck, hin zum Tasten – ausführen. Die Frage nach den Auswirkungen von Technologie auf unser soziales und körperliches Verhalten erhält…

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