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Ausstellungen: Innsbruck · S. 384 - 384
Ausstellungen: Innsbruck , 1991

Beate Ermacora
Tone Fink

Kunsthalle Innsbruck II, 7.12.1990 – 10.1.1991

Tone Fink, irrlichtelierender Traumtänzer der österreichischen Kunstszene, erweist sich in der Kunsthalle Innsbruck II, die bereits seit 1986 durch originelles und qualitätsvolles Programm auf sich aufmerksam gemacht hat, einmal mehr als feinsinnig im Umkreisen und Befragen einer architektonischen Situation. Sie ist ihm nicht bloßes Ausstellungsforum, wie er auch Papier, das ihm lange Zeit alleiniger Werkstoff gewesen ist, nicht als bloßen Untergrund für zeichnerische oder schriftliche Äußerungen begreift. Stets ist seine Kunst von äußerster, oft skurriler Doppelbödigkeit gekennzeichnet. Die Wechselwirkung zwischen Imagination und Stofflichkeit ist stets präsent. L’art pour l’art ist nicht seine Sache. Sind es Zeichnungen, so eröffnen sich Welten, die in Psychisches vordringen, Erlebtes, Aufgestautes und Verschwiegenes hervorholen. Sie wühlen nicht nur im Sumpf eigener Betroffenheiten, sondern bringen durchaus gruppenspezifisch Tabuiertes, wovon die Konvention der Kunstgeschichte nicht unberührt bleibt, in vielfältigen, phantastischen Verästelungen zum Vorschein. Dabei geht es auch um Verletzungen, um ein Eindringen von der Oberfläche in tiefere Schichten, das zwischen Tatsächlichkeit und potentieller Täterschaft Konturen formuliert, Körper angreift. Erfinden, Gestalten und Zerstören wird zum janusköpfigen Paar. Papier wird zerkratzt, gerissen, geklebt,wandelt sich von der reinen Projektionsfläche ins Dreidimensionale. Umgearbeitet zu tragbaren Masken und Gewändern, wird es zur scheinbar schützenden Haut, der magischer, weil verwandelnder Gebrauch anhaftet.

Zeugen Tone Finks ältere Arbeiten bei allem hintergründigen Ernst von sprudelnder Erzählfreudigkeit, so zeichnen sich seine jüngsten Skulpturen und Bilder durch vergleichsweise Kargheit und Stabilität aus. Weiß ist die dominierende Un-Farbe – „Dunkle Gegenden und Löcher lichten viel Inneres und erweissen den Grautag. Blühende…


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