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Ausstellungen: Wien · S. 383 - 383
Ausstellungen: Wien , 1991

Ulli Moser
Hubert Schmalix

Galerie Krinzinger, 29.11. – 2.2.1991

Gerade heute, wo die Malerei durch andere Medien und Sprache mehr und mehr ins Abseits gerät, gerade heute malt der seit 1987 in Los Angeles lebende Österreicher Hubert Schmalix Bilder, die ihres auf den ersten Blick dekorativen Charakters wegen einen vehementen Eindruck zu hinterlassen vermögen. Mit „junger, wilder“ Malerei hat Schmalix von Beginn an nur wenig gemein, obschon Arbeiten der späten siebziger und frühen achtziger Jahre gern diesen Begriffen zugeordnet werden. Hauptmotiv der jüngsten Werkgruppe, die seit 1989 entsteht, sind Häuser, deren formale Wurzeln auf Cézanne, den Kubismus, aber auch auf Hard edge und Overall und nicht zuletzt auf Darstellungsmodi früher Kulturen zurückführbar sind. Farbflächen definieren die naiv, aufs Einfachste reduzierten Gehäuse, die von einem erhöhten Standort aus gesehen sind. Erdiges Kolorit dominiert: Karminrot, stumpfes Braun, gedämpftes Orange, blasses Gelb, mattes Grau und Blau, dunkles Grün. Es ist der vom Abgasdunst verhangene, unter Gluthitze brütende Vorbezirk einer Großstadt. Schmalix malt den Ausblick aus dem Fenster seines Hauses in Los Angeles. Er malt – wie schon die Jahre davor – das ihm Naheliegende, jene Welt, die ihn beschäftigt. 1984 beginnt er ohne Unterbrechung und mit penetranter Konsequenz seine philippinische Frau in allen erdenklichen Haltungen und Umgebungen darzustellen. Die Malweise verändert sich damals – der Thematik entsprechend. Die aufgerissenen, brutalen, expressionistischen Konturen vorangegangener Arbeiten verschwinden zu Gunsten eines breiten, ruhigen, flächigen Pinselduktus. Das liebliche, geliebte Modell des Künstlers schwebt auf diesen Bildern in undefinierten Farbräumen; selten begleiten es Gegenstände, die das Umfeld definieren. Er zeigt…


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