Ausstellungen: München , 2012

Cornelia Gockel

Trisha Baga

»World Peace«

Kunstverein München, 28.4. – 17.6.2012

Als Hohepriesterin der Pop-Musik betrat Madonna im goldenen Glitzermantel die Bühne bei ihrer Halftime Show zum Super Bowl 2012. Scheinwerfer umkreisten ihren Körper und inszenierten sie als verheißungsvolle Lichtgestalt. Mit frenetischem Jubel begleitete das Publikum ihren Einzug in das dunkle Stadion und feierte sie wie eine Erlöserin. Ihre Botschaft hinterließ Madonna am Ende ihrer Show überdeutlich. Während sich ihr Körper in einer Wolke aus Rauch und Licht auflöste, erschienen auf dem Boden des Stadions die Worte „World Peace“ als Leuchtschrift.

„World Peace“ ist auch der Titel der ersten institutionellen Einzelausstellung der amerikanischen Künstlerin Trisha Baga. Ein kühner Vergleich, denn im Kunstverein München trifft man auf keine High-Tech-Inszenierung, sondern eher auf eine trashige Versuchsanordnung. Zu sehen sind fünf Videoinstallationen, in denen sie völlig unbekümmert Projektionen von Found Footage, Screensavern, selbstgedrehten Low-Budget-Filmen mit Performances und Alltagsmaterialien mischt. „Mich fasziniert die Komplexität, die Trisha Baga mit einfachen Dingen erzeugt“, erklärt Bart van der Heide, Leiter des Münchener Kunstvereins seine Begeisterung für die Künstlerin: „Sie nutzt die Bilder der Medien, wie der Maler eine Leinwand.“ 2011 entdeckte er sie in einer Ausstellung der New Yorker Greene Naftali Gallery und verfolgt sie seitdem weiter. In Deutschland war sie zuletzt mit einer Performance in der Galerie von Johann König in Berlin zu Gast.

Im Kunstverein München fällt der erste Blick auf ein scheinbar zufällig zusammengestelltes Sammelsurium von Pappkartons, Wasserflaschen, Luftpolsterfolie, Projektoren und Klebebändern im zentralen Hauptraum. Es entsteht der Eindruck, als ob sich die Ausstellung noch im Aufbau befände. Dabei…

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von Cornelia Gockel

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