Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 372
Ausstellungen: Wien , 2008

Ursula Maria Probst

True Romance

»Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute. Eine Geschichte der Liebe«

Kunsthalle Wien, Halle 1, 5.10.2007 – 3.2.2008

Man kann die Rückkehr der „Liebe“ als Sujet in den Ausstellungsbetrieb als symptomatisch für die Artikulation einer Sehnsucht nach einer verbindlichen Semantik der Liebe lesen, um auf den Trend zu virtuellen Love Chats zu reagieren. Defacto ist „True Romance“ ein Titel, der von einem 1993 nach einem Drehbuch von Quentin Tarantino entstandenen Roadmovie von Tony Scott stammt, ansonsten hält man sich gegenüber Anspielungen auf Film und Kino als dem Medium der Imaginationsmaschinerie zurück. Ideal- und Gegenbilder zu Liebesfragen werden vor allem durch ein Aufeinandertreffen von historischen Werken von Giorgione, Albrecht Dürer, Anthonis van Dyck, Pieter de Hooch Angelica Kauffmann, Francois Boucher oder Franz von Stuck sowie anderen Heroen der Kunstgeschichte wie Egon Schiele oder Edvard Munch mit Werken zeitgenössischer KünstlerInnen wie Carl Andre, Jime Dine, Sophie Calle/Gregory Shephard, Nan Goldin, Tracey Emin, Carola Dertnig oder Anna Jermolaewa heraufbeschworen.

Laut einer der KuratorInnen von „True Romance“ Belinda Grace Gardner beruht die Tatsache, dass sich die Fähigkeit zu lieben durch Kunst und Poesie artikulierte und dafür Bilder geschaffen wurden darauf, dass sich die Symbolsprache der Liebe einer ständigen Erneuerung aussetzte und den jeweiligen kulturgeschichtlichen Situationen insofern anpasste, als es das Wechselspiel zwischen gesellschaftlicher Realität und persönlicher Empfindung auszubalancieren galt. Dieser argumentativen Stringenz, welche die psychosoziale Konnotation der Liebescodes und deren Veränderungen berücksichtigt, folgt das Ausstellungskonzept, indem es in einer motivischen Dichte Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute beinahe lückenlos durch…

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