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Ausstellungen: Kleve · S. 274 - 275
Ausstellungen: Kleve , 1989

Raimund Stecker
Ulrich Erben

Der Klever Raum als Farbfeld-Panorama Städtisches Museum Haus Koekoek, 16.10.-27.11.1988

Die Frage lautet: Ist der ungegenständlich, unvorbildlich konkret ausgemalte Raum die notwendige Weiterführung des reinen, selbstreferentiellen Bildes? Ja! Denn er öffnet dem freien Sehen des Betrachters vor dem Werk zusätzlich die Dimension des räumlich motivierten Suchens und somit der Malerei als geschaffenem Faktum eine immer größere, immer weniger durch den Maler vorbestimmte Eigenständigkeit.

Diese Tendenz hin zum Raum als Werk gewann in den letzten Jahren eine stetig anwachsende Bedeutung. Das Ausstellungsprogramm der beiden von Mies van der Rohe geplanten Häuser Lange und Esters in Krefeld, das bis in die jüngste Vergangenheit hinein von einer Auseinandersetzung der Kunst mit der gegebenen Architektur dominiert wurde, und die Center Ausstellung „chambres d’amis“ gehören in diesem Zusammenhang besonders herausgestellt.

Ein weiteres überzeugendes Beispiel schuf nun Ulrich Erben. Wobei Erben (noch?) nicht gegen den Raum angeht, ihn gleichsam zu zerstören trachtet – wie es beispielsweise Richard Serra im Krefelder Haus Lange unternahm oder wie es in letzter Zeit des öfteren als Negation der eigentlich werkfremden Vorgabe des architektonischen Raumes geschieht. Erben fand vielmehr in und mit dem Raum zu einer Symbiose von Werk und Raum. Intentional, darauf verweist auch Guido de Werd in seinem Katalogbeitrag, ist Erbens „Klever Raum“ den pompejanischen und klassizistischen Dekorationen vergleichbar. Und doch, über das dekorative Moment hinaus greift Erben auch die Idee des Landschaftspanoramas auf. Wobei der Betrachter in dem „Klever Raum“ Erbens steht, wie Kaspar Hauser in der Landschaft des Klever Raumes stünde: sich selbst und seiner Erkenntnis- bzw….


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