Titel: Social Design , 2011

DENKRAUM II: Utrecht Manifest. Biennale für Social Design.

Claudia Banz

Unresolved Matters oder: Was braucht der Mensch?

Der Frage nach dem Design im Sinne von Gestaltung des menschlichen Lebensraums, dem Problem des Bedarfs und der Suche nach einem nachhaltigen Lebensstil, kommt heute im gesellschaftlichen Diskurs eine globale Bedeutung zu. Die Maßstäbe, die wir an die Dingwelt anlegen, betreffen eine humane, umweltverträgliche Gestaltung der materiellen und soziokulturellen Umwelt sowie den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, des Wohlstandes und der sozialen Sicherheit. In diesen Diskurs mischen sich kritische Stimmen einer grundsätzlichen Infragestellung herkömmlicher Lebens- und Gestaltungsformen. Hierin lassen sich, so lautet die These, durchaus Parallelen zwischen den Jahrhundertwenden von 1900 und 2000 aufzeigen: die Paradigmenwechsel waren zwar unterschiedliche, aber ihre Bedeutung und Reichweite ähnelten sich. Widersprüche und Fragen dieser Anfangszeiten, d.h. das Verhältnis von Tradition und Moderne, von Ethik und Ästhetik, von Ökonomie und Ökologie, von Globalisierung und Regionalität wurden damals schon gesehen und ansatzweise beantwortet.

Die Ausstellung Unresolved Matters. Social Utopias Revisited nahm die These, dass viele der heutigen Visionen und Modelle in Kontext des Sozialen Designs bereits in der Moderne angelegt sind, zum Ausgangspunkt ihrer Recherche.1 Sie betrieb diese Recherche in Form dreier visueller Denkräume, die durch drei für das Thema paradigmatische Schriften generiert wurden: Ebenezer Howard: Garden Cities of Tomorrow (1898/1902); Sigfried Giedion: Befreites Wohnen (1929); Victor Papanek: Design for a real world (1971).

Denkraum I: Social Green

1898 veröffentlichte Ebenezer Howard, ein “gentleman-amateur“ ein Buch, das eine nachhaltige Bewegung in Gang setzen sollte: To-Morrow. A peaceful path to a real reform. Bereits 1902 erschien…

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