Gespräche mit Künstlern · von Michael Stoeber · S. 208
Gespräche mit Künstlern , 2011

Wir gewinnen oder verlieren beide

Michael Stoeber im Gespräch mit Jonathan Meese und Herbert Volkmann

Den Einen muss man gar nicht erst vorstellen, den Anderen wird man bald auch nicht mehr vorstellen müssen. Während der Maler, Bildhauer und Performer Jonathan Meese als Shooting Star in wenigen Jahren zu einem von fast jedem gekannten Künstler avanciert ist, gilt Herbert Volkmann immer noch als Geheimtipp der Kunstszene. Die beiden miteinander befreundeten Künstler kennen sich, seitdem Volkmann als Sammler sein erstes Bild von Meese gekauft hat. Volkmann, 1954 geboren, hat in den siebziger Jahren an der Berliner Hochschule der Künste Malerei studiert und einen guten Blick für Qualität. Weil er zu jener Zeit als Künstler nicht den Erfolg hat, den er sich wünscht, steigt er als Kaufmann in den Obsthandel seines Vaters ein und sammelt die Bilder anderer, statt selbst zu malen. Früh und zu erschwinglichen Preisen kauft er u. a. Werke von Matthew Barney, Damien Hirst, Sarah Lucas, Peter Doig und Daniel Richter. 1999 ist der Fruchthof seines Vaters bankrott und Volkmann selbst schwer heroinabhängig. Die Sucht kostet ihn seine Sammlung, die er im selben Jahr in London versteigern lässt. In dieser Situation ermuntern ihn die Künstler, deren Werke er gesammelt hat, allen voran Jonathan Meese, doch wieder mit dem Malen anzufangen. Er folgt ihrem Rat, und Meese ist nun der Erste, der ein Bild von ihm kauft. Heute gehört der um 26 Jahre jüngere Künstler nicht nur zu den treuen Sammlern von Volkmanns Bildern, sondern auch zu seinen besten Freunden. Seit 2000 verbringen…

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