Ausstellungen: Köln · von Uta M. Reindl · S. 284
Ausstellungen: Köln , 2012

Uta M. Reindl

A Wavy line is drawn across the middle of the orginal plans

Kölnischer Kunstverein, 19.4. – 10.6.2012

Der schlauchförmige Saal des Kölnischen Kunstvereins im Wilhelm-Riphahn-Gebäude von 1950 wirkt so klar wie selten. Die beidseitig das Ausstellungsareal flankierenden Fensterfronten sind befreit von Sonnenschutz-Folien, öffnen so den Blick zur Linken auf die Riphahn-Häuser gegenüber, zur Rechten in den Patio des gerade eingeweihten und edel renovierten, transparenten Gebäudes der Fritz Thyssen Stiftung aus den 1950er Jahren. Durch den langen Ausstellungssaal des Kunstvereins mäandern plastische Arbeiten, Installationen meist aus armen Materialien im minimalistischen Formenrepertoire sowie von blasser Farbpalette – ein etwas mattes Arrangement mit postmodernem Blick auf die Nachkriegsmoderne an der Schnittstelle zwischen angewandter und freier Kunst. Immer wieder verweisen die Exponate auf den öffentlichen und halb öffentlichen Umraum des Hauses, als wollte der Søren Grammel, seit Anfang des Jahres Leiter des Kunstvereins im Zentrum Kölns, über die Antrittsausstellung sein neues Terrain im Innen- und Außenraum ausloten.

Unter dem literarisch anmutenden Titel A wavy line is drawn across the middle of the original plans – er ist der Schrift Open Display For Particular Viewership der teilnehmenden Ruth Buchanan entnommen – installiert Søren Grammel 23 Werke von 14 Künstlern sockellos und, als sei der Titel wörtlich umgesetzt, in einer „wavy line“ durch die von jenen Fensterrahmen unmerklich rhythmisierten Ausstellungsfelder „across the middle of the original plans“, wobei die Anordnung der Exponate wenig zwingend, oft austauschbar scheint. Der Spannungsaufbau nach außen scheint auf Kosten der Spannung nach innen zu gehen.

Die minimalistischen Holzkonstruktion Sprossen von Michaela Meise (*1976)…

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