Ausstellungen: Bonn · von Roland Schappert · S. 286
Ausstellungen: Bonn , 2012

Roland Schappert

Albert Oehlen

Kunstmuseum Bonn, 1.3. – 3.6.2012

Groß, bunt, vielfältig – aber wild ? Alles sieht aus, als ginge es um das schön anmutende Gleichgewicht eines ewigen Auflösens und Neuformens.

Die Ausstellung ist folgerichtig nicht nach chronologischen oder motivischen Aspekten strukturiert. Man entschied sich eher für ein munteres Verzahnen und Kontrastieren nach dem Motto: Die Welt ist abstrakt geworden, es ist nun endgültig vorbei mit den lauten Scherzen, Provokationen und kunstimmanenten Reflexionen, wie man sie in den 80er Jahren unaufhörlich zu hören und sehen bekam. Was ist heute zu sehen?

Beispielsweise „Raucher“ von 1999 sowie „Vergessen auf Rädern“ von 2005. Beide Ölbilder hängen in verwaschenen Grautönen kontrastierend inmitten bunter großformatiger Leuchtfeuer aus übermalten Inkjet- und Siebdruckleinwänden. Interessant ist, dass gerade die grauen, mehrschichtig übermalten Bilder wie auch das arabeskenhafte Linien-wisch-Konglomerat „Gezeichnete Hunde“ von 2005 eine Quintessenz Oehlenscher Malpraxis besonders gut verdeutlichen: der unvermittelte und hin und her wechselnde Übergang von Figur und Malgrund. Mögliche konkrete Titelassoziationen, die teilweise noch an die 80er Jahre denken lassen, die mehrfachen deckenden und lasierenden Übermalungen, erkennbare Auswischungen, Vermalungen sowie die Restblicke der Betrachter verbinden sich unauflöslich miteinander, ohne dass die Bilder zu Grunde gingen. Denn es zeigt sich kein Durchkommen zu einem konkreten Bildgedanken und auch kein zurück zu einem erkennbaren Bildanlass.

Manchmal ragen einzelne Linien aus den Bildern, fast erinnert dies an Christopher Wool und seine zeitgleichen Linien- und Wischbilder. Der Duktus ist bei Oehlen jedoch rauher, man könnte auch sagen weniger elegant, die Farbe dicker und von anderer Konsistenz als bei seinem amerikanischen Kollegen.

Die Ausstellung von…

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