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Ausstellungen: Berlin · von Hans-Jürgen Hafner · S. 305 - 306
Ausstellungen: Berlin , 2009

Hans-Jürgen Hafner
Bedeutungsverdächtiges Borstenvieh

Gunter Reski: Alexuell
Zwinger Galerie, 15.11.2008 – 10.01.2009

Man kann sich kaum mehr daran erinnern (Oder vielleicht mag man schlicht einfach nicht mehr.), dass es noch keine zehn Jahre her ist, dass Texte über Malerei beinah flächendeckend und völlig egal ob als Katalogbeitrag oder Review mit jener seit den späten 1970er Jahren notorischen Feststellung deren grundsätzlichen Unmöglichkeit beginnen mussten. Mithin der Status der Malerei, wie man auch anhand von medien- und genrespezifischen Einzel- und den recht dünn gestreuten Gruppenausstellungen ablesen konnte, ein, gelinde gesagt, problematischer war. Aus der Perspektive heute möchte man sagen: Irrsinn – es braucht ein gutes Argument, um überhaupt Kunst zu machen und als Medium dafür läßt sich Malerei um keinen Deut schlechter als jedes andere begründen. Bzw. Goldene Zeiten – weil damals wenigstens nicht automatisch jeder auf Leinwand oder sonstwelche Malträger geschmierter Mist nach dem gut und lang bewährten Motto ‚Handwerk lügt nicht’ automatisch als Kunst Sendezeit bekam, wie das aktuell in beängstigendem Ausmaß, nicht nur was Legitimation gründsätzlich sondern gerade was herrschende Produktions- und Diskursstandards und, relational dazu, Markt- und Medienresonanz betrifft, wieder der Fall ist. Das heißt nun alledings gerade nicht, dass es nicht hervorragende Malerei, sehr tolle Augenkunst ebenso wie sehr virtuose Adaptionsleistungen historisch-diskursiver Wissens- und Könnenslevels in Form von Gemälden gibt: gut gekonnt wie kennerschaftlich demonstrierte medien-, genre- oder themenspezifische Kabinettsstücke, in figurativer oder abstrakter Manier oder als gemischtes Doppel; Malerei, die sentimental-trotzig um sich als Wert an und für sich und/oder um ihre Geschichte als Standort-bezogen wohlfeiles Ideologem, als…



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von Hans-Jürgen Hafner

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