Titel: Hot Spot Tropen , 2009

Peter Doig und Chris Ofili

London meets Trinidad

Nachbarn-Gespräch auf einer tropischen Karibikinsel

Die Rastlosigkeit des Vaters von Peter Doig, Buchhalter bei einer Transportfirma, führte die Familie von Trinidad bis nach Kanada. Doig ist in beiden Ländern aufgewachsen Mit 18 verließ er die Eltern, um zum Kunststudium nach London zu gehen. Wenige Monate zuvor hatte er noch in der eiskalten kanadischen Landschaft als Ölbohrer gearbeitet. Seit 2002 lebt Doig mit seiner eigenen Familie in Trinidad, inzwischen ist sein langjähriger Freund, der Maler und Bildhauer Chris Ofili, nachgezogen und sein Nachbar geworden. Vor Ort bekannt ist Doig auch mit seinem wöchentlichen Filmklub. Mit seinem Alltag in Trinidad wendete sich Doig mehr und mehr von den fotografischen Vorlagen und Zeitungsausschnitten ab, um nun mehr das zu malen, was ihn umgab. Er selbst beschrieb die Landschaften, die er mit Ofili auf gemeinsamen Bootstouren entdeckte, als „archaische Plätze, wie natürliche Kathedralen“. Das wiederum bewog den einen oder anderen Kritiker dazu, dieses Staunen über das Unbekannte als Doigs „gauguinhafte Entdeckerromantik“ zu deuten. Im Gesprächsauszug zwischen Doig und Ofili gelingt die Gratwanderung, die neu bewohnte Fremde zu beschreiben, ohne Gefahr zu gehen, auf eine der ausgehöhlten Stereotype faszinierender Exotik zu verfallen.

***

PD: In der Kunstakademie gibt es diese unglaubliche Eigendynamik, die durch all die anderen Künstler entsteht, die dort arbeiten. Eine unglaubliche Energie, und das ist das erste, was man vermisst, wenn man die Akademie verlässt. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass man mit der Kamera durch London läuft.
Eigentlich gibt es da nichts, was einem auf den Straßen ins…

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