Ausstellungen: London · von Edgar Schmitz · S. 387
Ausstellungen: London , 2006

Edgar Schmitz

Bilderreichtum

Tate Triennial 2006 New British Art
Tate Britain, London, 1.3. – 14.5.2006

Die diesjährige Triennale wird von zwei einleitenden Versprechen, oder Bedingungen von Versprechen eingerahmt. Erstmal ist das Scott Myles‘ erinnernde Beschreibung einer in Berlin gesehenen Arbeit von Rirkrit Tiravanija, wo dieser die Verbindungstür zwischen Büro- und Ausstellungsräumen bei Neugerriemschneider zumauern ließ und dafür Türen und Fenster aus dem Ausstellungsraum selbst entfernte und diesen freistellte und zum Außenraum hin öffnete. Myles beschreibt von der Arbeit vor allem den Abbau und wie die Steine einzeln nummeriert verpackt wurden. Was im Verweis noch interessant oder hoffnungsgeladen beschrieben ist, ist hier in der Tate Britain als Vermauerung in einen Bogen eingelassen, als Illustration der Beschreibung sozusagen, aber so, dass sich eben aus der Blockierung nirgendwo anders mehr eine Öffnung ergäbe. Es bleiben hier nur andere Wände und insgesamt das Museum selbst als Gemäuer.

Die Öffnung erscheint somit nur noch im desillusionierten Rechenschaftsbericht, aber gerade damit ist in der Kombination von ursprünglicher Arbeit und ihrer Reflexion programmatisch die Öffnung auf eine andere Realität angezeigt, die vielleicht auch problematisch war, vergangen ist und ihre Versprechen auch nicht einlösen konnte, die aber dieser Installation doch vorangegangen ist und auf deren Potentialität also noch verwiesen werden kann. Die ’ne travaillez jamais‘ Inschrift des Originals wird gerade in diesem Abgesang auf ihre Möglichkeiten damit als Aufforderung herübergerettet.

Und dann gibt es im Eingang zum Hauptsaal Marc Camille Chaimowitz, der den Ton dafür angibt, was unter der Prämisse desillusionierter Reflexion denn noch gehen könne. „and here where possibilities of action…

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