Messen & Märkte: COSMOSCOW , 2011

Uta M. Reindl

COSMOSCOW

Schokoladenfabrik „Roter Oktober“, Moskau, 17.-19.12.2010

Wo ein Institut für atmosphärische Technologie den politisch Mächtigen für ihren Pleinair-Auftritt einen blauen Himmel zaubert, da ist auch eine Kunstmesse am Wochenende vor Weihnachten möglich, auf dass die reichen Sammler mal schnell für den Gabentisch Kunst shoppen mögen. In Moskau nämlich, wo alljährlich im Frühsommer jenes Wettermacher-Institut mit zwölf Fliegern, mit viel Chemie und 1.2 Millionen Euro den Militärparaden zum Sieg über die Deutschen einen wolkenfreien Himmel beschert, reüssierte im vergangenen Dezember die COSMOSCOW: eine exklusive Kunstmesse, deren Name den tief in der russische Seele verwurzelten Traum vom Weltlall-Protagonismus assoziieren mag. In höchst erlesener Lage, bloß einen Katzensprung vom Kreml entfernt, bot im edel sanierten Backsteingebäude der ehemaligen Schokoladenfabrik „Roter Oktober“ ein überschaubarer Kreis von russischen und internationalen Galerien zeitgenössische Kunst feil. 16 internationale, vorrangig Berliner Händler und 14 russische Teilnehmer, fast alle aus Moskau, waren in gleich großen Kojen auf zwei Etagen des roten Backsteingebäudes so gut installiert, dass COSMOSCOW – Mitbegründer Volker Diehl ins Schwärmen geriet. „Sieht doch wunderbar aus!“ Recht hatte der Berliner Galerist, der seit drei Jahren auch in Moskau eine Dependance betreibt und mit seinem Freund Vladimir Ovcharenko von der Galerie Regina (Moskau, London) in erstaunlich kurzer Zeit, dank der legendären russischen Improvisationsgabe vieler Helfer, nicht zuletzt auch dank der wundersamen Arbeitskraft vieler Kaukasier die Messe konzipiert und wahrlich aus dem Boden gestampft hat – unter der Direktion der renommierten Sammlerin Margarita Pushkina.

Nur wenige Wochen vor der Eröffnung erfuhr die Welt von dem Experiment, das frischen Wind in…

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von Uta M. Reindl

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