Magazin: Museen & Institutionen · von Helga Meister · S. 475
Magazin: Museen & Institutionen , 1993

Helga Meister

»Das Sich-Selbst-Genießen genügt nicht mehr«

Malkasten in Düsseldorf mit Klaus Rinke an der Spitze

140 Künstler aus Düsseldorf, darunter Documenta-Teilnehmer wie Lothar Baumgarten oder Helmut Schweizer, Biennale-Vertreter in Venedig wie Ivo Dekovic, Filmer wie Lutz Mommartz und Georg Bender, Video-Spezialisten wie Axel Klepsch und Jean-François Guiton, Schauspieler wie Christoph Quest, Autoren wie Ingrid Bacher, Architekten wie Hans Köllges und vor allem Maler und Bildhauer der Szene haben sich als Vereinsmitglieder angemeldet. Es drängt sie danach, „Malkästner“ zu werden. Das „Vereinsleben“, bis vor einigen Jahren noch verschrien, ist in den Avantgardekreisen aktuell. Urplötzlich ist Engagement gefordert. Die „Wende“ ist gleichbedeutend mit einem Abgesang an die subjektive Großartigkeit und an eine allzu egoistische Individualität. Der Bildhauer, Maler und Akademieprofessor Klaus Rinke, frischgewählter Vorsitzender des Vereins, und der Philosoph Dr. Torsten Enge, Mitglied der Heinrich-Heine-Universität, als sein Vize, erhalten Unterstützung von Bernd und Hilla Becher, Konrad Klapheck und Günther Uecker. Klaus Staeck macht mit. Die Professorinnen und Professoren Thomas Huber, Inge Mahn, Ulrich Erben, Manfred Ortner wurden aufgenommen oder haben ihre Aufnahme eingereicht.

Was sie zusammenschweißt, ist „ihr“ Gelände, ein 24000 Quadratmeter großer Park mit einigen Gebäuden aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert. Dieses Areal, ein Paradies im Verkehr, soll bewahrt, seine ökologische Einmaligkeit vor Baulöwen gerettet werden. In gut einem Jahr entwickelten sie sich von einer Initiative zur Rettung des „Malkastens“ zu dessen junger Garde, kippten Baupläne, komplimentierten den alten, unfähigen Vorstand vor die Tür und holten sich den Segen von Leuten wie dem Oberbürgermeister, dem Akademiedirektor oder dem Ehrenbürger Konrad Henkel. Sie…

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