Ausstellungen: Paris , 2012

Fabian Stech

Diane Arbus

Jeu de Paume, Paris, 18.11.2011 – 5.2.2012

Diane Arbus ist ein Star. Die langen Schlangen vor dem Jeu de Paume am Rand der Tuileries zeugen ebenso davon wie die zahlreichen Besprechungen der Ausstellung in Paris oder ihre Ankündigungen in Berlin. Nicht zuletzt die extreme Medialisierung ihrer Bilder und ihrer Lebensgeschichte, und sei sie auch nur frei erfunden wie im dem faden Film „Fur” mit Nicole Kidman aus dem Jahr 2006, haben zu ihrer Berühmtheit beigetragen. All das hat mit dafür gesorgt, dass immer neue Generationen von Zuschauern die Bilder im Original entdecken wollen. Die Umkehrung ist nicht auszuschließen, nämlich, dass ähnlich der Star Wars Saga von George Lucas immer ein neues Publikum und eine neue Zielgruppe für die Bilder gefunden werden muss.

Seit der ersten großen Retrospektive ein Jahr nach ihrem Tod 1972 haben regelmäßig Werksschauen stattgefunden und die letzte große Ausstellung aus dem Jahr 2003 „Revelations” mit ihrem umfassenden Werkskatalog stand auch bei dieser Präsentation Pate, die ein Jahr lang durch Europa touren wird. Im Jeu de Paume, wo sonst häufig zwei Veranstaltungen parallel stattfinden, nehmen die Bilder von Arbus beide Etagen des Gebäudes ein, wie zuletzt bei der Ausstellung ihres guten jüngeren Bekannten Richard Avedon. Die Menschenmassen sorgen dafür, dass man die meist kleinformatigen Fotografien in einem stetigen Fluss wahrnimmt, mal verdeckt und dann für Augenblicke wieder sichtbar. Die ersten Bilder, die man sieht, sind Selbstporträts aus der Zeit, als sie noch als Artdirektorin mit ihrem Mann Allan Arbus für Modemagazine arbeitete. Diesen Bildern sieht man nicht an,…

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