Monografie , 2008

Hans-Jürgen Hafner

Die DiY-Mythen des Markus Selg

Dass wir mit einem System konfrontiert werden, einer Art höheren Ordnung, zu der sich verschiedene Aspekte formaler und inhaltlicher Natur, konkrete Dinge ebenso wie damit zur Sprache kommende Referenzen zusammen fügen, dieser Eindruck drängt sich fast unmittelbar auf, wenn wir in eine Ausstellung von Markus Selg geraten, ja vermittelt sich sogar noch dann, wenn wir auch nur einen der zahlreichen Kataloge über die Arbeit des Künstlers in die Hand bekommen. Aber selbst dann, wenn wir ganz ohne jeden Kontext, wie ihn eine Ausstellung zwangsläufig stiftet, uns eine einzelne, für sich stehende Arbeit ansehen, dann scheint selbst diese noch auf eine Art Bezugsrahmen zu verweisen, aus dem sie heraus gerissen ist – den sie gleichzeitig, wie in nuce, zu enthalten scheint und auf den sie, darin seltsam defizitär, wiederum zurück verweist.

Gerade für letzteren Effekt liegt es zwar nahe, eine Erklärung etwa im – ausgesprochen markanten – signature style Selgs zu suchen, dem ziemlich spezifischen Aussehen, das der Künstler zumal seinen verschiedenen Bildformaten zu geben versteht und das, trotz den gleichberechtigten installativen Ansätzen und der Skulpturproduktion, die einzelnen Ausformungen dieser breiten, nennen wir es, Produktpalette im ‚Werk’ rückbindet. Doch mag ich mich nicht völlig zufrieden geben mit dieser Diagnose eines spezifischen Looks oder Trademarks, die einzelne Arbeiten auf ihren Autor rücklesbar macht; auch, weil mit dem Begriff ‚Stil’ die vielen weiteren (künstlerischen) Aktivitäten Selgs etwa als Verleger und Performer aber auch sein Eingebundensein in kollaborativ-kollektive Projekte, wie etwa dem „Prager Anker“ oder zu Beginn seiner künstlerischen Karriere…

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von Hans-Jürgen Hafner

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