Titel: Urban Performance II · von Heinz Schütz · S. 136
Titel: Urban Performance II , 2013

Die Rebellion der Clowns

Kunst, Protest und direkte Aktion

Heinz Schütz im Gespräch mit John Jordan – The Laboratory of Insurrectionary Imagination (Labofii)

Der Aktivismus verfolgt im Feld der Politik meist deutliche Ziele und artikuliert prägnante Statements. Der Aktionismus im Feld der Kunst hingegen versteht sich gewöhnlich nicht als Mittel zum Zweck. Betrachtet man allerdings die Irritation sozialer Gegebenheiten, die von beiden ausgehen kann, dann findet der Aktionismus zumal mit der „direkten Aktion“ der Aktivisten eine Berührung. John Jordan ist ein Kunst-Aktivist, der sich der direkten Aktion verschrieben hat. Zwischen 1987 und 1995 leitete er als Kodirektor die „ Social Art Group „Platform“. Er engagierte sich dann in den Aktionen der „Reclaim-the-Street“-Bewegung mit ihrer sozial-ökologisch fundierten Kapitalismuskritik. Nachdem er seinen Job als Senior Lecturer im Fachbereich Kunst an der Sheffield Hallam University aufgegeben hatte, arbeitete er mit an Naomi Kleins Flim „The take“. 2004 baute er die „Clandestine Insurgent Rebel Clown Army“ auf und gründete u.a. zusammen mit Isabelle Fremeaux das „Laboratory of Insurrectionary Imagination“. Das bis heute existierende „Labarotary“ setzte eine ganze Reihe von direkten Aktionen in Gang setzte und führte in seinen Wokshops Künstler und Aktivisten zusammen.

***

Heinz Schütz: Die Kunstinstitutionen inkludieren zunehmend politische Bewegungen und aktivistische Auftritte. Ist dies aus aktivistischer Sicht für die Durchsetzung politischer Ziele hilfreich oder kontraproduktiv? Wird den politischen Aktionen im Namen der Kunst das Politische ausgetrieben? Werden Kuratoren zu Aktivisten?

JOHN JORDAN: Sie haben recht, die Kunstwelt ist gegenwärtig voll von Biennalen und Festivals, die sich mit Aktivismus und sozialem Engagement befassen. Meine Befürchtung ist, dass…

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