Biennalen · von Heinz-Norbert Jocks · S. 204
Biennalen , 2011

Peter Weibel

Es kömmt heute nicht darauf an, die Welt zu verändern, sondern sie umzuschreiben.

Ein Gespräch mit dem Kurator über die 4. Biennale in Moskau

von Heinz-Norbert Jocks

Peter Weibel, geboren 1944 in Odessa und in Oberösterreich aufgewachsen, studierte zunächst für ein Jahr in Paris Französisch, Film und Komparatistik. 1964 begann er in Wien das Studium der Medizin bis zu seinem Wechsel zur Mathematik mit Schwerpunkt Logik. Ausgehend von semiotischen und linguistischen Fragestellungen und als Antwort auf Austin, Jakobson, Peirce oder Wittgenstein entwickelte er eine künstlerische Sprache, die ihn ab 1964 von der experimentellen Literatur zur Performance führte. In seinen performativen Aktionen widmete er sich nicht nur den Medien „Sprache“ und „Körper“, sondern auch dem Film, dem Video, dem Tonband und den interaktiven elektronischen Umgebungen. Kritisch analysierte er deren Funktion für die Konstruktion von Wirklichkeit. Neben Aktionen mit Repräsentanten der Wiener Gruppe und des Wiener Aktionismus, darunter Oswald Wiener, Günter Brus, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Rudolf Schwarzkogler, arbeitete er von 1966 an, zusammen mit Valie Export, Ernst Schmidt jr. und Hans Scheugl, an einer Erweiterung des Kinos.

Dabei inspiriert durch das amerikanische „Expanded Cinema“, reflektierte er die ideologischen und technischen Bedingungen filmischer Darstellung. Mit seinen Fernsehaktionen, den „Teleaktionen“, die das Österreichische Fernsehen (ORF) 1972 im Rahmen der Sendung „Impulse“ ausstrahlte, transzendierte er die Grenzen des Galerieraumes und untersuchte den Gebrauch der Videotechnik im Massenmedium Fernsehen. Seinen künstlerischen Thematiken widmete er Texte, Skulpturen, Installationen, Filme und Videos. 1979 gründete er schließlich zusammen mit Loys Egg die Band Hotel Morphila Orchester. Mitte der 1980er Jahre erforschte…

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