Ausstellungen: Zürich · von Michael Hauffen · S. 428
Ausstellungen: Zürich , 2005

Michael Haufen

Faites vos Jeux!

»3. Kapitel der thematischen Projektreihe Spektakel Lustprinzip oder das Karnevaleske?«

Shedhalle, 17.6.2005 – 24.7.2005

Mit dem Begriff des Spiels wird gerne die Vorstellung einer Art sozialer Ausnahme verbunden, die das Lustprinzip kulturell verankert. Das trifft aber sicherlich nicht auf jede Art von Spielen zu. Nicht nur militärische Planspiele oder verkaufsorientierte Rollenspiele lassen daran Zweifel aufkommen, sondern vor allem das globale multi-mediale Spektakel, das immer mehr Kanäle unserer Wahrnehmung in Beschlag nimmt, wobei es uns zu mehr oder weniger unfreiwilligen Beteiligten macht, und uns seine Mythen aufzwingt. Vor allem in Verbindung mit neoliberalen und fundamentalistischen Dogmen läuft das auf eine Einschränkung der Möglichkeiten lustvollen Spielgenusses hinaus.

Die postmoderne Showgesellschaft eröffnet aber auch neue Möglichkeiten der Manifestation marginalisierter Bedürfnisse und Perspektiven, die von der pauschalen Kritik der Kulturindustrie gerne übersehen werden. Ein breites und abgestuftes Spektrum reicht heute von der Heimvideoproduktion bis zum alternativen Pop-Sender und lädt dazu ein, die dominierenden Formate, und vor allem ihre Codes zu dekonstruieren. Die damit verbundene Herausforderung nehmen nicht zuletzt all jene KünstlerInnen an, die sich darauf einlassen, den großen Medienfabriken und ihren Standards mit alternativen Ansätzen zu antworten.

Den dritten Teil ihrer Ausstellungsreihe zum Thema nennen die KuratorInnen Katharina Schlieben und Sønke Gau „Faites vos Jeux“. Neben der allgemeinen Aufforderung zum Spiel und der mit ihm verbundenen Lust, sollte damit auch die Frage provoziert werden, unter welchen Umständen Spielregeln neu definiert und von der Norm abweichende Spielpraktiken durchgesetzt werden können. Der vielleicht allzu allgemeinen Frage nach der Spielkultur wird zudem mit der Konzentration auf das Karnevaleske…

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