Ausstellungen: Aargau , 2015

Max Glauner

Gertrud Debrunner

»Auf der Grenze«

Aargauer Kunsthaus, Aarau, 6.12.2014 – 12.4.2015

Wer kennt die Künstlerin Gertrud Debrunner? Selbst in der Schweiz, ihrem Heimatland, wo die Fabrikantentochter in Wädenswil im Kanton Zürich 1902 geboren wurde und in bescheiden-bürgerlichen Verhältnissen 2000 verstarb, kaum jemand. Dabei hat sie ein beachtliches malerisches und graphisches Oevre hinterlassen. Noch zu Lebzeiten hatte ihr 1990 das Aargauer Kunsthaus eine kleine Ausstellung ermöglicht.

Nun gibt ihr das Kunsthaus in Aarau unter dem Titel „Auf der Grenze“ einen zweiten fulminanten Auftritt. Dazu trugen vor allem zwei kuratorische Entscheidungen bei: Zum Einen, sich weitgehend auf die Präsentation ihrer grafischen Arbeiten zu beschränken, zum Anderen ihr geistesverwandte Positionen aus der klassischen Moderne, aus ihrer Generation und von Gegenwartskünstlern aus der hauseigenen Sammlung gegenüberzustellen. So gelingt ein stimmiges Rencontre der Künstlerin mit bekannten Namen wie Ferdinand Hodler, Paul Klee, Adolf Wölfli, Annelies Strba und jenen, die für viele eine Entdeckung sein dürften, wie Ilse Weber, Ernst Maass, Charles Wyrsch oder die jüngere Silvia Bächli.

Schon der Auftakt im Untergeschoßfoyer ist nach Maß wuchtig und schön: Kommt der Besucher die großzügige Wendeltreppe herunter, empfängt ihn ein monumentaler Bronzetorso „Halbfigur“ (1995/96) des kürzlich verstorbenen Wahlzürchers aus Königsberg Hans Josephsohn (1920-2012) mit seiner schrundigen Oberfläche, dem Betrachter abgewandt, in sich gekehrt und bei aller Kraft und Masse empfindsam und verletzlich. Gegenüber an der Wand die Arbeit Gertrud Debrunners „Bahnungen, Nr. III“ (1968, ca. 1,30 x 1 m), eine Collage aus blau, rot und gelb eigefärbten Papierfetzen und ausgerissenen Landkarten unter denen verklebte Fäden mäandern. Sie gaben der Collage ihre…

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