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Ausstellungen: Stuttgart · S. 283 - 284
Ausstellungen: Stuttgart , 1989

Johannes Meinhardt
Hinrich Weidemann

„Randgänge“ Galerie Isabella Kacprzak, 5.11 .-31.12.1988″

Hinrich Weidemanns ‚Randgänge‘ haben mit Rändern in mehrfachem Sinn zu tun: Seine Arbeiten bilden Ränder der Sichtbarkeit überhaupt, Grenzbereiche optischer Identifizierbarkeit; sie situieren sich an den Grenzen der unterschiedlichsten Gattungen und optischen Ordnungen, zwischen diesen; sie grenzen an ihre eigene Nichtexistenz, indem sie sich entziehen und anders werden; sie sind völlig Rand, indem sie sich im Raum als Spiel von Differenzen im Gleichen verketten. Der Galerieraum wird durch zwei unterschiedliche Werkblöcke und zwei zusätzlich eingezogene Zwischenwände, die eine allgemeine Raumsynopsis unmöglich machen, gegliedert und gestaffelt: Einem labyrinthischen Parcours vergleichbar eröffnet der Raum von jedem Blickpunkt aus die Aussicht auf einen sorgfältig komponierten Ausschnitt aus einer offenen Reihe von Tuschegemälden, die in sich und zueinander Differenzen innerhalb der kategorialen Einheit ‚Strich‘ herstellen. Die Abstände der Arbeiten voneinander sind so gewählt, daß die sich ergebenden partiellen Synopsien noch für jeden Standpunkt extra reduziert werden. So schafft Hinrich Weidemann einen Raum von extremer Dichte: den Raum eines Schweigens, das sich nach allen Seiten verstärkt und vertieft und das ein allmähliches Sichtbarwerden der Arbeiten geschehen läßt, ihnen ihren eigenen Raum der Sichtbarkeit öffnet. An den Außenwänden, quasi schwebend, durch schmale freie Abstände von Boden und Decke getrennt, hängen elf hohe und schmale Tuschemalereien: „OTON“ I-XI, 1987 (Tusche auf Karton auf Holz, ca. 270 x 110 cm). Innerhalb des fast quadratischen Galerieraumes wurden je zwei der vier im Quadrat stehenden Pfeiler durch Wände verbunden: Die drei vom Eingang aus nicht sichtbaren Wand-flachen der zwei quer- und freistehenden…


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