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Ausstellungen: München · S. 285 - 285
Ausstellungen: München , 1989

Heinz Schütz
Mark Beard

Utah Manhattan-Zyklus Staatsgalerie moderner Kunst, 30.9.-13.11.1988

Wer ist Mark Beard? In Salt Lake City 1956 geboren, Künstler, Bühnenbildner, verschiedene Buchprojekte, Übersiedlung nach New York – in Europa so gut wie unbekannt. Wer war Mark Beard? So könnte sich der zugegebenermaßen naive Besucher fragen, der in Münchens Staatsgalerie den an allen vier Wänden umlaufenden Wandfries betrachtet und der zumindest darüber informiert ist, daß sich hinter der allegorisierenden Darstellung auch ein Stück Biographie verbirgt – eben jene Mark Beards. So naiv die Frage im Imperfekt sein mag, so nimmt sie doch den Duktus des Bildes ernst, d.h. die Geste der Erinnerung ist unverkennbar, sie wird allerdings von Beard ironisch gebrochen; Allegorie, Würdeformen und Monument erfahren ihre theatralische Unterminierung. Und doch: Die Vergangenheit wirft ihr Scheinwerferlicht auf die Gegenwart, so daß jenes auf den Postmodernismus gemünzte Wort der „Erinnerung an die Gegenwart“ seine Bestätigung findet. Beards Übersiedlung vom Westen nach Manhattan liegt dem Gemäldezyklus zugrunde. Der erste Teil weist auf Utah und seine Besiedlung durch die Mormonen. Mit Werkzeugen ausgerüstet treten ein Mann und zwei Frauen in eine weite Landschaft, die im mittleren Teil bereits durch die Darstellung eines Supermarktes in die amerikanische Gegenwart hereinreicht. Ins Zentrum des zweiten Wandbildes – einem breit angelegten Canyonpanorama – setzt Beard eine allegorische Figur, eine Inschrift weist sie als Keuschheit aus. Auf dem Kopf trägt sie den Kopfschmuck der Indianer, Brüste und Hüften sind unkeusch entblößt, Fetische der Gegenwart -Fernsehapparat, Telefon und Mixer -stehen ihr als Attribute zur Seite. Auf der dritten Wand: ein…


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