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Ausstellungen: Düsseldorf · S. 316 - 317
Ausstellungen: Düsseldorf , 1989

Amine Haase
Horst Münch

Galerie Hans Strelow, 15.12.1988-4.2.1989

Abschied“ heißt das Bild auf der Einladung zu der Ausstellung von Bildern und Zeichnungen, die Horst Münch fast ausschließlich 1988 gemalt, gezeichnet hat und die Hans Strelow in seiner Düsseldorfer Galerie vorstellt. In die schneeig-blaue Fläche sind perspektivisch auf ein flaches Knoten-Oval zulaufende schwarze Linien gezogen. Wie ein Fremd-Körper hebt sich von dem hellen Grund die bauchige Silhouette einer Figur ab, aufrecht und rund in der kahlen Landschaft der Linien stehend.

Sie beherrscht das obere rechte Bilddrittel, sie nimmt unsere Phantasie in Anspruch, in ihr liegt das Geheimnis, das die minimal strukturierte Bildoberfläche sonst nicht vermuten ließe. Sie steht vor einem wie mit Sternspitzen umsäumten Rechteck, das – horizontal – etwa so groß ist wie – vertikal – die Figur. Ein Grab für Träume oder eine Spielfigur aus dem „Mensch-ärgere-dich-nicht“?

Vor überraschenden Wendungen ist man bei Horst Münch nie sicher. Aber das Bild heißt „Abschied“, und eines ist unzweifelhaft: In dieser Ausstellung tauchen – außer den „Abschieds“-Schemen – keine Figuren auf. Und dort, wo der Bildtitel sie beschwört – „Matisse und Hindemith“ -, sind sie am fernsten, aufgelöst in omamentaler Harmonie.

Der Zweiklang von „Abstraktion und Einfühlung“, der für Horst Münchs Arbeiten kennzeichnend ist – egal, ob Zeichnung, Bild oder Skulptur -, erklingt derzeit nicht, wie in den vorausgegangenen Jahren, in zwei Phasen, echoartig. Er ist jetzt ein Ton, dessen Schwingungen den Betrachter in einer Welle erreichen. Die Dualität zwischen einer am Gegenstand orientierten, fast körperlich greifbaren Energie-Quelle und einer sich von allem Sichtbaren lösenden, kaum faßbaren…


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