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Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 352 - 353
Ausstellungen: Wien , 2011

Ursula Maria Probst
Hyper Real

»Die Passion des Realen in Malerei und Fotografie«
Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, MUMOK, 22.10.2010 – 13.2.2011

Der amerikanische Kunsthistoriker Donald E. Kuspit führte das Reale im Fotorealismus auf den Versuch zurück, die Kluft zwischen dem Selbst und der Welt zu überwinden und damit die innere Realität mit der äußeren in Einklang zu bringen. Während individuelle Erfahrung und soziale Wirklichkeiten auseinander driften, suchten die Fotorealisten nach einem gemeinsamen Raum, der verbindlich und gleichzeitig für alle verfügbar war. Das erklärt auch die Wahl ihrer alltäglichen Sujets. Was es mit den Wirklichkeitsverhältnissen auf sich hat, ist nach wie vor ein Thema in der Kunst. Im Zeitalter digitaler Bildgenerierung in dem manipulierende Effekte der Postproduktion an der Tagesordnung stehen, gewinnen „realistische“ Bildtechniken an Seltenheitswert.

Der erneut aufflackernden Diskussion über das Reale begegnet die Ausstellung „Hyper-Real“ im MUMOK Wien durch eine Gegenüberstellung von Werken aus den Sternstunden des Hyperrealismus der 1960er und 1970er Jahre mit aktuellen Konzepten. Aufgezeigt wird so, wie sich unser Zugang zum Realen durch die uns zur Verfügung stehenden Medien verändern. Als Fotorealismus, Super Realism, Radikaler Realismus, Post Pop Realism, Focus Realism, New Realism, Doppelter Realismus, Artfactualism, IIllusive oder Hyper Realism wurde jene Malerei bezeichnet, welche die individuelle expressive Geste gezielt hinter den Wunsch stellte, den Vergleich mit der Wirklichkeit zu suchen. Die Ausstellung „Hyper Real“ schlägt dieses Kapitel der Kunstgeschichte der 1960er und 1970er Jahre auf, um gleichzeitig eine Neubewertung dazu anzuregen und die daran geknüpften Polaritäten aufzuzeigen. Gleichzeitig wird durch gelungene Gegenüberstellungen sichtbar, wie unsere zunehmend…



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von Ursula Maria Probst

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