Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 370
Ausstellungen: Wien , 2008

Ursula Maria Probst

Josh Smith, Hidden Darts

Was ist kein Bild?

MUMOK Factory, Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig Wien, 25.6. – 21.9.2008

In Anspielung an ein Rap Album von Ghostface Killah gerät bereits der Titel „Hidden Darts“ („Versteckte Pfeile“) von Josh Smith erster europäischer Einzelausstellung zur aggressiven Analogie dafür, Malerei als Filter für die Enttarnung expressiver und neoexpressiver Mythen einzusetzen. Der in der New Yorker Bronx lebende Künstler malt an die 10-100 Werke gleichzeitig, deren raumgreifende Prozesshaftigkeit sich in den 116 als zweireihige Serien Kante an Kante dicht aneinander gehängten Bildern „Ohne Titel“ in der MUMOK Factory abzeichnet. Ein institutionskritischer Aspekt der Appropriationskunst fügt sich in das Setting von „Hidden Darts“, indem Josh Smith den abstrakten und collageartigen Gestus seiner Bildfolgen durch die gegeneinander ringenden Football-Spieler der hyperrealistischen Skulptur „Football Vignette“ (1969) von Duane Hanson konterkariert. Als Reaktion auf den Vietnamkrieg entstanden, funktioniert Duane Hansons Skulptur im Ausstellungskontext von „Hidden Darts“ als Metapher für den Wettbewerb, Konkurrenzkampf und das Ringen um Relevanz im Kunstsystem. Bereits Pierre Bourdieu definierte Kunstinstitutionen als Räume des Ein- und Ausschlusses, die ihrerseits wiederum relational strukturiert sind in Hinblick auf das Ineinanderwirken von produktivem und symbolischem Kapital.

Die Nützlichkeit und Nutzlosigkeit von Materialien wie Poster oder Zeitungsausschnitten, die potenzielle Nützlichkeit von Malerei als Plakat, die Bedeutung von Malerei im Siebdruck und des Siebdrucks als Malerei ist in „Hidden Darts“ ebenso relevant, wie die Wechselwirkung von gemalter Schrift und geschriebener Malerei. Josh Smith artikuliert in „Hidden Darts“, wie bereits in seinen „Name Paintings“ in welchen er seine Signatur als…

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