Ausstellungen: Bremen · von Jürgen Raap · S. 298
Ausstellungen: Bremen , 2007

Jürgen Raap

Kunsthalle Bremen: terra incognita

»Topsy-Turvy Topography: Wolfgang Hainke / Die Sammlung /neu/ sehen«

Kunsthalle Bremen, 15.10.2006 – 21.1.2007

Als Marcel Broodthaers 1972 sein “ Adlermuseum“ konzipierte und Claes Oldenburg ebenfalls 1972 auf der “ documenta“ sein “ Mouse Museum“ vorstellte, waren die programmatischen Ausrichtungen der jeweiligen Kunstorte noch genau zu unterscheiden: Für Experimentelles waren gemeinhin die Kunstvereine zuständig. Die Museen und Kunsthallen hingegen strukturierten ihre Sammlungen nach rein wissenschaftlichen Kriterien und stellten die Exponate zumeist in historischer Chronologie aus. Daniel Spoerri realisierte 1977 sein erstes “ musée sentimentale“ -Projekt im Kölnischen Kunstverein, dessen Direktor damals Dr. Wulf Herzogenrath war. Solche Künstlermuseen sind als konzeptuelle Gegenmodelle zur Sichtweise der Kunsthistoriker zu beschreiben.

Auch sonst ist es immer hilfreich, zur Auslotung neuer Blickwinkel auf die Kunst gelegentlich Künstler als Gastkuratoren wirken zu lassen. Bei der Neueröffnung des Düsseldorfer “ museum kunst palast“ 2001 delegierte man die Hängung der Exponate an die Künstler Bogomir Ecker und Thomas Huber. Jetzt ließ der Bremer Kunsthallenchef Dr. Wulf Herzogenrath dem Künstler Wolfgang Hainke freie Hand, wie er sich ein ideales Arrangement der Museumsbestände vorstellt. Für den Besucher, der bereits Herzogenraths Kölner Programm in den siebziger und frühen achtziger Jahren erlebte, schließt sich mit Hainkes Inszenierung ein Kreis, auf dessen Peripherie Kunstmuseum und Künstlermuseum ineinander übergehen.

Maurizo Cattelans “ Bremer Stadtmusikanten“ stehen vor einem Mauerdurchbruch, der den Blick in eine Nische mit klassischen Marmor-Skulpturen von Canova, Schadow und anderen Bildhauern des 18./19. Jh. freigibt. Marcel Duchmaps berühmtes Schlüsselwerk “ La boite en valise“ als Idee…

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