Titel: Cool Club Cultures , 1996

Magna Charta des Pop

»Pop« von Kureishi und Savage

Was ist Pop? Pop ist ein Phänomen. Pop existiert als Kultur, als Denkweise und als Industrie. Doch der Ursprung des Pop, schreibt das Londoner Autorenpaar Hanif Kureishi und Jon Savage, sei nicht genau zu bestimmen. In der gemeinsam zusammengetragenen Anthologie „The Faber Book of Pop“ (1995) haben Kureishi als Schriftsteller („The Buddah of Suburbia“, „The Black Album“) und Savage als Poptheoretiker („England’s Dreaming“, eine Geschichte der Punk-Ära) auf beinahe 900 Seiten um die 150 Texte von fast ebenso vielen Autoren aus den Jahren 1942 bis 1994 vereint: Die Unmasse von Geschichten, Konzertberichten, Polemiken und Interviews gewinnen der Materie „Pop“ ein imposant buntes Zeitbild ab. Es ist, wie Kureishi schreibt, „die alternative Geschichte unserer Zeit vom Standpunkt der Popmusik aus“. Und Savage spricht in seiner Einleitung von einer Pop-Geschichte, die einen „into diversity, darkness und dissidence“ führt.

Beginnend mit der Titelüberschrift „Groovy, frantic scenes“ für die Jahre 1942-56 ist das „Book of Pop“ in einzelne Kapitel aufgeteilt, die nicht einer Dekadenlogik folgen, sondern eher nach Phasen produktiver Zusammengehörigkeit von Phänomenen zerlegt sind. Den Einstieg macht „Laura“ von Malcom X, in dem er seine Zootie-Phase in den vierziger Jahren beschreibt. Es folgen Texte von Ralph Ellison (Autor von „The Invisible Man“), von Stars wie Chuck Berry und James Brown. Die Liste ist ellenlang und umfaßt Namen wie Nik Cohn, John Waters, John Lennon, Manthia Diawara, Penny Reel, Fred und Judy Vermorel, Jane Suck, Neil Tennant, Greg Tate, Ann Powers, Ice-T, Simon Reynolds und ein paar hundert…

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von Paolo Bianchi

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