Ausstellungen: Münster/Hamburg · von Jörg Restorff · S. 340
Ausstellungen: Münster/Hamburg , 1991

Jörg Restorff

Maria Nordman

»Ein Werk zwischen zwei Städten«

Westfälisches Landesmuseum, Münster, 27.4. – 9.6.1991

Park Planten un Blomen, Hamburg, 21.6. – 14.7.1991

Das künstlerische Schaffen der 1943 in Görlitz geborenen, heute im kalifornischen Santa Monica lebenden Maria Nordman hängt eng mit dem Lebensgefühl des „being on the road“ zusammen. Es sind ganz besonders zwei grundlegende Eigenschaften, die in keiner ihrer seit rund zwanzig Jahren zahlreich in allen Teilen der Welt verwirklichten Arbeiten fehlen: Durch eine variable, je auf den Aufstellungsort abgestimmte Struktur und – noch entscheidender – durch die Einbeziehung des wechselhaften natürlichen Lichts als primäres Gestaltungsmittel verkörpern Maria Nordmans Environments stets eine jeder Verfestigung widerstrebende Aura des Aufbruchs. Wohl in keiner Arbeit wird dieses künstlerische Credo so offenbar wie in ihrem Projekt eines den Rhein befahrenden und in verschiedenen Städten Station machenden Frachtkahns als mobiles Lichtkunstwerk. Den entkernten Rumpf benutzte die Künstlerin ausschließlich als Gefäß für das durch die Luken kanalisiert einfallende Tageslicht. Dem zufällig vorbeikommenden, neugierig in den dunklen Schiffsrumpf hinuntersteigenden Passanten bot sich dort ein intensives Schauspiel der gestalterischen Kräfte von gelenktem Sonnenlicht.

Nach zweijähriger Vorbereitung zeigte die mehrfache documenta-Teilnehmerin in diesem Sommer ihre neue, wiederum um die für sie zentralen Begriffe „Ortswechsel“ und „Naturlicht“ kreisende Arbeit zuerst in Münster, dann in Hamburg. Unter dem Motto „Für die Ankommenden; Genannt/Nicht genannt“ war im Botanischen Garten des Hamburger Parks „Planten un Blomen“ ein aus zwei Räumen gebildeter, halbseitig verglaster Pavillon aufgestellt, der dem Publikum drei Wochen lang Tag und Nacht offenstand. In einer abgewandelten Vorform hatte dieses von der Hamburger Kulturbehörde im Rahmen…

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