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Titel: Afrika - Iwalewa · von Pascal Martin Saint Léon · S. 285 - 287
Titel: Afrika - Iwalewa , 1993

Matar

Ich mache eine Malerei, die auf den Betrachter „einwirkt“. Eine Malerei, die eine Stärke freisetzt, welche im Bild vorhanden ist, die irgendwo entnommen und Schicht für Schicht auf die Leinwand aufgetragen wurde. Ich lade das Bild mit Kraft auf, und diese Kraft wird ausgestrahlt.

Ich bin der Religion sehr verhaftet, sei sie moslemisch, jüdisch oder christlich; ich habe all diese Religionen in mir; es ist wie ein Wissen, das mir innewohnt. Jede Religion führt zu Gott.

An diesem Punkt beginnt der Einstieg in die Malerei. Für mich ist sie etwas Natürliches. Die Technik ist von geringerer Bedeutung. Das Schnelle ist es, was zählt. Nur durch das Schnelle kann man sich ausdrücken, wenn man wahrhaftig sein will. Man darf nicht mehr nachdenken, dazu hat man keine Zeit. Und wenn man nachdenkt, geht man das Risiko ein, etwas Falsches zu sagen. Ich male schnell. Aber nie in Trance. Wenn man sich einem tranceartigen Zustand überläßt, kann man einem bösen Geist in die Hände fallen. Ich mache beherrschte, kontrollierte Dinge. Wenn ich anfange zu arbeiten, sind da Worte, ein Lied, ein Gebet, die sich ganz unmittelbar an Gott wenden. Gott, das übergeordnete Wesen. Ich suche das Gute. Ich mache Formen und löse sie wieder auf, wie in einer Collage, aus der man die schlechten Teile herausnimmt. Aber die Form ist für mich nichts anderes als eine Hülle, die die Dinge enthält. Wichtig ist, was in der Hülle steckt. Ich kann das Böse nicht tun, ich wäre der erste, der darunter leiden müßte.

Ob der Betrachter der…

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von Pascal Martin Saint Léon

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