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Titel: Afrika - Iwalewa · von Wolfgang Bender · S. 288 - 289
Titel: Afrika - Iwalewa , 1993

Moke

Moke entstammt einer bitterarmen Familie, die er 1960 mit zehn Jahren verließ, um nach Kinshasa zu gehen. Nach zwei Jahren Schule, die er zumeist geschwänzt hat, findet er sich auf der Straße wieder, streunt umher und wandert von einem Markt zum anderen. Um von irgend etwas zu leben, malt er 1962 seine ersten Bilder und verkauft sie für ein paar Francs auf den Touristenmärkten. 1965 malt er den General Mobutu, der ihm daraufhin staatliche Unterstützung zukommen läßt und ihn ermutigt. Seitdem malt Moke ununterbrochen und ist sehr produktiv. Seine ersten Ausstellungen hatte er bereits 1968, aber erst durch seine Beteiligung an der Ausstellung „Art partout“ (Kinshasa 1978) wird er weithin bekannt.

Er ist zu einem der ersten „Volkskünstler“ in Kinshasa geworden. Sämtliche Künstler dieser Richtung sehen in ihm den „Père Moke“, der Schule gemacht hat. Da er keinerlei künstlerische Vorbilder hat, inspiriert er sich an seiner unmittelbaren Umgebung und dem Alltag in Kinshasa. Seine intuitive Malerei erzählt vorwiegend Geschichten. Dabei bedient er sich des Realismus, um seine „Botschaften“ mitzuteilen. Und es ist auch tatsächlich die absolut ungeschminkte Realität in den ärmeren Wohnvierteln von Kinshasa, die er darstellt; die Realität des harten, aber auch heiteren Alltagslebens in einer lärmenden, lebendigen und farbenprächtigen Großstadt. Moke macht sich zum Chronisten des Tuns und Treibens, des Tag- und Nachtlebens in diesem Kinshasa, und seine Malerei ist dessen getreues Abbild.

André Magnin

In den vergangenen Monaten war zu vernehmen, daß Moke derzeit nicht mehr male. Seit den September-Plünderungen von 1991 hat sich der Staat Zaïre nicht erholt und…

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