Nachrichtenforum: Museen & Institutionen · S. 10
Nachrichtenforum: Museen & Institutionen , 2014

Das Bundesland Bremen ist finanziell klamm, die ehemalige Kaffeerösterei auf der Halbinsel Teerhof ist sanierungsbedürftig, das dort untergebrachte Museum Weserburg hat zu hohe Personalkosten und zu niedrige Besucherzahlen. Diese Rahmenbedingungen bescherten der örtlichen Kunstszene eine „quälend lange“ Standortdebatte, so die „taz“. Bis Ende des Jahres 2014 will der Senat entscheiden, ob er die Weserburg sanieren oder lieber neben der Kunsthalle einen Neubau errichten lässt – faktisch würde das eine institutionelle Fusion des Weserburg-Museums mit der Kunsthalle bedeuten. Beide Lösungen würden mit etwa neun Millionen Euro zu Buche schlagen. Davon will das Museum sechs Millionen Euro durch die Versteigerung von Kunstwerken aufbringen. Die restlichen drei Millionen müssten die Stadtväter übernehmen. Die Politiker denken in betriebswirtschaftlichen Kategorien: ein Umzug der Weserburg neben die Kunsthalle an den Wallanlagen würde die Betriebskosten verringern, da man Personal, Werkstätten und Technik zusammen legen könnte. Der Kunsthallendirektor könnte dann das Weserburg-Programm mit betreuen. Der jetzige Weserburg-Direktor geht ohnehin 2017 in Pension, so dass der sparwillige Senat dann relativ elegant seine Stelle streichen könnte. Den sanierungsbedürftigen Gebäudekomplex auf dem Teerhof könnte die Stadt dann an einen Investor verkaufen – schließlich befindet sich der Teerhof in einer äusserst lukrativen Innenstadtlage. Freilich hätte das Museum Weserburg an dem neuen Standort deutlich weniger Platz zur Verfügung, und es würde seine Eigenständigkeit verlieren. Deswegen sind große Teile der Kunstszene, vor allem an der Bremer Kunsthochschule, gegen diese Lösung. Mit einem Neubau soll die Ausstellungsfläche des Staatlichen Museums Schwerin um ein Drittel wachsen. 20 Jahre dauerten die Auseinandersetzungen mit der üblicherweise in solchen…

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