Gespräche mit Kunstvermittlern , 1996

»Natürlich darf Kunst auch Freude machen, es muß nicht immer Schwarzbrot dabei gegessen werden«

Marius Babias im Gespräch mit Britta Schmitz, Oberkustodin der neuen Nationalgalerie, über den »Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin«

Am 1.11.96 eröffnet der „Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin“, parallel zur „European Art Forum“-Kunstmesse (31.10.-4.11.96). Das Land Berlin zahlte für den Umbau 100 Millionen Mark. Die Betriebskosten von jährlich 3,7 Millionen Mark werden von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestritten. Stararchitekt Josef Paul Kleihues ließ Parkett verlegen und Lichtdecken einziehen, lockerte die Geschlossenheit der Räume durch eine Vielzahl von Türen und errichtete mit dem Ostflügel einen kompletten Neubau (76 x 13 x 10,40 m). Die Gesamtausstellungsfläche beträgt 9.700 Quadratmeter. Multi-Media-Veranstaltungsraum, digitales Archiv, Restaurant und die Buchhandlung Walther König vervollständigen den musealen Erlebnispark. Hauptnutznießer des kulturpolitischen Vorzeigeobjekts ist der Berliner Sammler Erich Marx, der vom Kunsthändler Heiner Bastian beraten wird. Der Hamburger Bahnhof – 1846/47 gebaut, seit 1884 für den Eisenbahnverkehr nicht mehr genutzt und als Ausstellungsort von Harry Szeemann („Zeitlos“) und Christos Joachimides („Sammlung Sonnabend“) bereits vorgetestet – war ursprünglich als Berliner Sammlermuseum geplant, nimmt jetzt aber lediglich die Sammlung Marx und Bestände der Neuen Nationalgalerie auf. Nach Differenzen mit Bastian wurde Wulf Herzogenrath 1994 als Bahnhofsvorsteher abgesetzt und wechselte an die Bremer Kunsthalle. Britta Schmitz, Oberkustodin in der Neuen Nationalgalerie, rückte ins Führungsteam.

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M. B.: Personelle und konzeptionelle Ungereimtheiten im Vorfeld gipfelten 1994 in der Ablösung Wulf Herzogenraths. Seitdem sind Sie für den Hamburger Bahnhof verantwortlich, in welcher Funktion eigentlich?

B. S.: Herr Herzogenrath ist aus Berlin weggegangen,…

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von Marius Babias

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