Ausstellungen: Frankfurt/Main · von Susanne Boecker · S. 307
Ausstellungen: Frankfurt/Main , 2012

Susanne Boecker

Objekt Atlas

Feldforschung im Museum

Weltkulturen Museum, Frankfurt/Main, 25.1.-16.9.2012

Im Frankfurter Weltkulturen Museum warten 67.000 ethnologische Objekte sowie 120.000 historische und zeitgenössische ethnografische Fotografien auf ihre Neuentdeckung. In über 100 Jahren auf allen Kontinenten zusammengetragen, schlummern die meisten von ihnen seit Jahrzehnten in den Depots. Auch wenn immer noch neue Objekte hinzukommen – die große Zeit der ethnografischen Expeditionen ist schon lange vorbei. Im Zeitalter der Globalisierung ist der an Artefakten orientierte völkerkundliche Blick auf fremde Ethnien der Erkenntnis gewichen, dass andere Kulturen gleichberechtigte alternative Lebensentwürfe bedeuten. Dies zeigt sich auch in der Umbenennung vieler Häuser, die nun den Begriff der „Weltkulturen“ in ihrem Namen tragen.

Noch vor zwei Jahren lag das Weltkulturen Museum am Frankfurter Schaumainkai in tiefem Dornröschenschlaf. Das in drei historistischen Villen untergebrachte Museum punktete weder mit bedeutenden Ausstellungen noch mit wissenschaftlicher Forschungsarbeit an der eigenen Sammlung. 2008 trat Direktorin Anette Rein nach Differenzen mit der Stadt Frankfurt von ihrem Posten zurück, zwei Jahre lang wurde das Haus kommissarisch geleitet. Die Berufung von Clémentine Deliss im Jahr 2010 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Museums.

Die promovierte Ethnologin (geb. 1960), die 1999-2000 als Gastprofessorin an der Städelschule lehrte und bis 2010 Direktorin der Future Academy in Zusammenarbeit mit dem Edinburgh College of Art war, will sich vor allem auf die eigene Sammlung konzentrieren und diese im wahrsten Sinne des Wortes neu sichten. Ihr Konzept für das „Weltkulturen Museum“, wie das einstige Völkerkundemuseum nun nach seiner zweiten Umbenennung heißt, schlägt ein neues Kapitel in der Geschichte der ethnologischen Museen auf.

Deliss, die…

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