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Ausstellungen: München · von Michael Hauffen · S. 425 - 426
Ausstellungen: München , 1996

Michael Hauffen
Olaf Metzel

»Freizeitpark«
Kunstbau München, 17.6. – 6.10.1996

Der Kunstbau in München liegt bekanntlich über einem U-Bahnhof und ist mit diesem vom Grundriß her identisch. Ein 120 Meter langer unterirdischer Kubus als Ausstellungsraum für Kunst evoziert per se Vorstellungen von Gewalt. Es wurde jedoch versucht durch Einbau eines Vorführraums, der in Form eines hängenden Zylinders den Gesamtraum in der Mitte teilt, und die Verwendung von Holzparkett für den Fußboden die Situation zu entspannen.

Für Olaf Metzel bedeutet das ein Manöver der Beschönigung, wie es für den herrschenden Umgang mit vorhandenen Potentialen symptomatisch ist. Sein demonstrativer Widerstand gegen derartige Tendenzen der Normalisierung ist im Laufe der Zeit zu einem umfangreichen Arsenal von Manifestationen des Protests angewachsen. Formen der Radikalität lassen sich aber nicht wiederholen, ohne abzuflachen. Die Herausforderung dieser Ausstellung bestand somit darin, auf die spezifische Örtlichkeit mit überraschenden Mitteln zu antworten.

Gleich als erstes fällt der Blick des Eintretenden auf eine 50 Meter lange Leitplankenschleife, die sich um die mächtigen Betonpfeiler doppelreihig windet. Anstelle der passenden Rennautos, die hier immerhin Platz hätten, absolvieren aber nur Kunstflaneure ihre langsamen Runden im authentisch gelblichen Zwielicht. An der vorderen Schleife passieren sie so zwei Werke des Künstlers, die eindeutige Zerstörungsabsichten demonstrieren: Die ältere Arbeit “112:104” besteht aus der Inneneinrichtung einer Basketballhalle, deren ehemaliger Boden inkl. Körben und Spielstands-anzeiger als Abbruchmasse in einer Ecke aufgeschichtet daliegt. Gleich daneben befindet sich die Arbeit “Auf Wiedersehen”, ein noch wüsterer Haufen von Teilen, die so wirken, als ob sie gerade aus einem neuen Fußballstadion herausgerissen worden wären. Zwischen auf…



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