Ausstellungen: Aachen , 2011

Annelie Pohlen

Pawel Althamer

»Kunstpreis Aachen 2010«

Ludwig Forum, Aachen, 12.12.2010 – 20.2.2011

Man kann den Auftritt des Kunstpreisträgers 2010 in Aachen irritierend bis kitschig finden. Man kann, wie es eine launige Würdigung in Monopol vorführt, die Ausstellung Pawel Althamers als einen in der Weihnachtszeit gut platzierten, aber in die Länge gezogenen sakralen Kindergeburtstag qualifizieren. Sicher ist, der für seine oft auch hinterhältig kuriosen Interventionen bekannte polnische Künstler fordert heraus. An seinen intrigierenden Statements zu Kunst und Gesellschaft kommen auch die Vertreter der konkurrierenden Auffassungen vom Sinn und Zweck aktuellen künstlerischen Handelns selten vorbei. Da sind die Institutionskritiker ebenso gefragt wie die Gesellschaftskritiker, die Verfechter autonomer künstlerischer Praxis ebenso wie die Liebhaber auratischer Überhöhungen. In Aachen leistet das alles der „Goldene Ritter“ in vielen Verkleidungen – und seiner Vorgeschichte im ‚Filmformat‘ wegen wohl so etwas wie das Alter Ego des Künstlers. Der erfüllt die mit der Preisverleihung verknüpfte Ausstellungsverpflichtung eben dort, wo sich alle seit 1983 im zweijährigen Rhythmus preisgekrönten Künstler und Künstlerinnen selbstverständlich einrichteten, im Ludwigforum. Für die komplexe Geschichte dieser dem Reich der Märchen und Legenden entlehnten Künstler-Figur reicht diese Bühne aber offensichtlich nicht aus. Den aufwendigeren Teil der Aufführung verlegt Althamer in die nahe gelegene Elisabethkirche. Dort – neben dem Eingang eher im Abseits der an solchen Orten üblichen, auf den Altar gerichteten Wahrnehmung platziert – ragt ein Zwitter aus Kirchturm und Kanzel in die Höhe, gebaut aus gängigem Baumarktholz: Platten für die Treppe, die Kanzel, Latten für die Turmspitze. Für Aura sorgen goldene Texte, die wie mal lesbare, mal exotische…

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von Annelie Pohlen

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