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Ausstellungen: Madrid · S. 243 - 244
Ausstellungen: Madrid , 1989

Regina Wyrwoll
Revidierte Vernunft?

Junge deutsche Kunst nach Barcelona nun auch in Madrid, 1.12.1988-31.1.1989

In Spanien prägt auch nach dreizehn Jahren Öffnung nach außen ein erstaunliches kulturelles Selbstbewußtsein die Kunstszene: in diesem Winter zeigen zum Beispiel maximal eine Handvoll Madrider Galerien Arbeiten von Nicht-Spaniern. Die Aufgabe, internationale Kunst zu präsentieren, bleibt hauptsächlich den staatlichen Häusern und den aktiven Stiftungen vorbehalten.

So kann man derzeit in der Fundación Juan March die Sammlung Leo Castelli und nur einen Block weiter in der Fundació Caixa de Pensions (Hauptsitz dieser Sparkasse ist Barcelona) eine Auswahl junger deutscher Kunst sehen: „La raó revisada“ (Revidierte Vernunft), die Stephan Schmidt-Wulffen zusammengestellt hat.

Die Sammlung Leo Castelli erfreut durch das Wiedersehen mit (US-amerikanischen) Klassikern der Nach-kriegsmoderne, überzeugt durch anerkannte, die sechziger und siebziger Jahre bestimmende Meisterwerke jener Künstler, die der einflußreiche Galerist auch vermarktet hat: Andy Warhol, Claes Oldenburg, Jasper Johns, Robert Rauschenberg und andere. Kurz: ein Stück Zeit- und Kunstgeschichte zugleich.

Ganz anders die Ausstellung der jungen Deutschen, die zuerst in Barcelona war, und seit Anfang Dezember 88 in den Madrider Ausstellungsräumen der Caixa zu sehen ist. Sieben aus der bei uns den Markt mehr und mehr beherrschenden Schar der Nachkriegsgeborenen hat Stephan Schmidt-Wulffen ausgesucht: Günther Förg, Hubert Kiecol, Harald Klingelhöller, Thomas Strulli, Helmut Dorner, Günter Tuzina (alle in den fünfziger Jahren geboren) und Imi Knoebel (als einziger Jahrgang 1940).

Erinnert man sich an die herausragenden Ausstellungen junger deutscher Kunst, die Spanien schon gesehen hat, („Ursprung und Vision“, eine Schau wilder Malerei, „Junge rheinische Kunst“, eine Übersicht verschiedener Strömungen und eine Vorstellung zeitgenössischer…


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