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Ausstellungen: München · S. 245 - 246
Ausstellungen: München , 1989

Hanne Weskott
W ORTE

Galerie der Künstler, 27.10.-24.11.1988 Produzentengalerie, 17.11.-17.12.1988

Der Titel besagt nichts anderes, als daß Worte für den spezifischen Ort gesucht wurden, was allerdings meist im Formalen steckenblieb, weil an diesem Ort höchstens der Kunstkontext spezifisch ist. Diesen peilte auch Ludger Gerdes mit seinem Buchstabenverwechselspiel: „ERSTEHEN -V ERKLÄREN“ an, was ihm in der normalen Lesart als Un-Sinn angekreidet wurde, im Kunstkontext aber durchaus einen Sinn macht. Auch das Künstlerpaar Kraft/Pet: meint mit der Arbeit „Künstler gesucht“ diesen Zusammenhang. Schade für die Ausstellung ist nur. daß sie die Reste ihrer Perfomance, ein Stück Baugerüst, nicht weggeräumt haben. Angesichts der Tatsache, daß das gesamte Gebäude von außen eingerüstet und zugehängt ist, kommt der normale Besucher nur zu dem Schluß, daß die Renovierung auch auf den Innenraum übergegriffen hat.

Einer der schönsten Räume der Ausstellung ist der mit der Arbeit von Giovanni Anselmo, der immer den spezifischen Ort definiert, ohne ihn eigentlich zu meinen. Er projiziert „particolare“ auf alle wesentlichen Teile des Raumes inklusiv seiner Projektoren. Damit wird der Raum als Kunst-Ort definiert. Gleichzeitig stellt Anselmo die Wahrnehmung in Frage, vielleicht sogar den Titel der Ausstellung, weil Worte für Orte zu machen notgedrungen im Formalen bleiben muß, es sei denn, der Ort ist irgendwie besonders belastet, was man aber von diesem Raum im Völkerkundemuseum wirklich nicht behaupten kann. So verpufft auch die provokativ gemeinte Arbeit von Platz im Positiv-Dekorativen. Er setzt Metallenem ‚1938‘ gegen 1988, das er aus dem Verputz und der Fensterverkleidung gehauen hat. Daß bei Tageslicht auch an der Wand 1938 in…


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