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Ausstellungen: München · S. 247 - 248
Ausstellungen: München , 1989

Heinz Schütz
In Szene gesetzt – sechs Räume

Künstlerwerkstatt Lothringerstraße, 3.11. -4.12.88

Der Ausstellungstitel „In Szene gesetzt – sechs Räume“ zielt intentional auf das Theatralische und Inszenierte der ausgestellten Arbeiten. Das nicht nur hier zu beobachtende Aufflackern der Theatermetapher steht in Zusammenhang mit der zunehmenden Entgrenzung von Sein und Schein. Mit Orts- und Architekturbezügen setzte die Kunst in den letzten Jahren Maßstäbe. Vor diesem Hintergrund wird die Ankündigung „Sechs Räume“ zum Anspruch – nicht jede der ausgestellten Arbeiten wird ihm gleichermaßen gerecht. Paolo Baratellas über zwanzig Meter langes und drei Meter hohes Gemälde „Vorrei e non Vorrei“ verwandelt raumbegrenzende Wände in imaginäre Kulissen. Elemente der Montage, der Theater- und Kinomalerei aufgreifend, lassen sie sich gleichermaßen als Weltpanorama, Historienbild und Biographie verstehen . Ein Kabinett der Begierde, der Gewalt, der Liebe und des Dschungels konfrontieren sie Christus an der Spaghettitafel mit Prostituierten in aufreizender Pose, der Tiger im Dschungel steht neben barockem Triumphbogen und brennendem Panzerkreuzer, über allem schweben Minerva und Merkur. Triviale Mythen, surreale Einsprengsel und historische Zitate prallen aufeinander. Einheit stiftet Baratellas spezifische, impressionistisch anmutende Lichtführung. Mit Super-8-Projektionen und Acid-House-Rhythmen verwandelt Stephan Dillemuth einen der Räume in eine „Diskothek“. Am Rande der Banalität, zwischen Diskodekoration und Ekstase, wirbelt in permanenter Wiederholung eine kreisförmig projizierte Mixtur aus Horror, Porno und Micky Mouse durcheinander. In ständiger Rotation sich selbst verzehrend, geben die Bilder ihre Uneigentlichkeit preis. Mit einer Reihe von Tableaus, die er bereits ähnlich auf der letzten dokumenta zeigte, vergegenwärtigt Ugo Dossi den Anblick des Sternenhimmels. Die Konfrontation von Sternenfotografien mit Anhäufungen…


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